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Raamästhetik.
im wesentlichen zur Ruhe gebracht ist. Dafs sie doch nichtganz zur Ruhe gebracht ist, dies eben hat zur Folge, dafssie jenseits dieses Punktes ausklingt.
So klingt etwa in einem Bauwerk die vertikale Bewegung,die im Kranzgesims aufgehalten und zum Abschlufs gebracht,aber doch nicht völlig jeder Kraft des Weitergehens beraubtist, aus in Pyramiden, Figuren, kurz irgendwelchen Endgebilden,die jenseits des Gesimses in gleicher Richtung verlaufen undin ihrem Endpunkte das absolute Aufhören der Bewegung zurAnschauung bringen. So klingt, um auch einen Fall der aus-klingenden Abwärtsbewegung anzuführen, die Bewegung, die inden dorischen Triglyphen nach unten, gegen den Architrav zu,geht, aus in den Tropfen, die der Tropfenregula anhängen. Hier-mit unmittelbar vergleichbar sind die Fransen, Troddeln u. s. w.,in welchen die ausbreitende Kraft des Gewebes jenseits des ab-grenzenden Saumes ausklingt.
In solchen Formen geht jedesmal eine durch eine Gegen-wirkung zur Ruhe gebrachte Bewegung jenseits des Punktesder Gegenwirkung weiter, um in sich zu zergehen. Es bedarfkeiner neuen Gegenwirkung, sondern es genügt die Gegen-wirkung, welche die Bewegung jederzeit in sich selbst trägt,die innere Hemmung, die natürliche Tendenz des Erlahmens,um sie zum endgültigen Aufhören zu bringen.
Nicht völlig gleicher Art ist das gotische Ausklingen dervertikalen Bewegung. Ein eigentlicher Abschlufs, der der Be-wegung entschieden Halt gebietet, und in kraftvoller Gegen-wirkung ihrem weiteren Fortschreiten entgegentritt, findet hiernicht statt, obgleich es an relativen Ruhepunkten vor dem Aus-klingen nicht fehlt. Sondern die Bewegung strebt in sich,durch die Ruhepunkte relativ unaufgehalten, weiter. Aber esmindert sich im Weiterschreiten die Masse, und damit der Vor-rat an Kraft. Es vollzieht sich eine schichtenweise Loslösungvon Teilen der aufwärtsstrebenden Massen, insonderheit derPfeiler, wodurch in den losgelösten Teilen die aufwärtsstrebendeKraft sich mindert, so dafs es natürlich erscheint, wenn siesukzessive, in der Folge, in welcher sie sich loslösen, also imFortschritt von aufsen nach innen, verklingen. Dies Ver-