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1 (1903) Grundlegung der Ästhetik
Entstehung
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Raumästhetik.

räumliches Tun in die Linie ein. In der Linie also ist fürmich ein solches Tun. Es ist in ihr ein Sichaufrichten, bezw.ein eigentätiges Herabsinken.

Ein andermal betrachte ich — in der natürlichen, d. h. auf-rechten Kopfhaltung — eine horizontale Linie. Hier fühleich die Tendenz zu gleichartigen, und zugleich gegen das Obenund Unten neutralen, Bewegungen nach rechts und links. Ichfühle in mir ein Gleichgewicht der Tendenzen der Rechts- undLinksbewegung. Auch dies Gleichgewicht finde ich an dasDasein und die Form der Linie gebunden. Ich fühle also insie dies Gleichgewicht ein. Die horizontale Linie wird für michzur Linie dieses Gleichgewichtes.

Hiermit ist deutlich geworden, wie ich dazu komme, einbestimmt gerichtetes und bestimmt geartetes Tun in die vertikaleund die horizontale Linie einzufühlen. Diese Einfühlung nunist es erst, die das spezifische Wesen der vertikalen undhorizontalen Richtung ausmacht.

Ich füge endlich noch einen weiteren Fall dieser Einfühlunghinzu: Ich betrachte jetzt eine beliebige ausgedehnte und be-grenzte Linie oder Fläche. Hier gebieten die Grenzen meinerapperzeptiven Bewegung halt. Sie begrenzen fühlbar meineTendenz des Weiter- und Weitergehens von Punkt zu Punkt,oder von Teil zu Teil. Aber diese Bewegung und diese Tendenzist an die Linie oder Fläche gebunden, ist also für mich eineBewegung und Tendenz in der Linie oder Fläche. Die Linieoder Fläche also wird in ihrem Ausdehnungsstreben durch dieGrenzen gehemmt oder eingeschränkt. Der ausdehnenden Tätig-keit in der Linie wirkt eine begrenzende Tätigkeit entgegen.

Einfühlung von Kräften u. s. w.

Mit solchen, in der unmittelbaren Betrachtung sich ergeben-den Einfühlungen bestimmter Tätigkeiten nun ist die Linie,bezw. Fläche unmittelbar hinübergerückt in das Gebiet derDinge, oder, allgemeiner gesagt, der körperlichen Räumlichkeit.

Und nun unterliegt sie notwendig der allgemeinen mecha-nischen Gesetzmäfsigkeit, die in dieser Sphäre erfahrungs-