Erstes Kapitel: Ästhetische Mechanik.
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auch gröfser zu sehen. Aus dem Bewußtsein, dafs das weiterentfernte Objekt gröfser sein müsse, ergibt sich auch hier derEindruck, dafs es gröfser gesehen werde.
Nach dem Gesagten ist kein Zweifel: Es scheint in dengeometrischen Gebilden nicht nur eine mechanische Gesetz-mäfsigkeit sich zu verwirklichen, sondern die Vorstellung der-selben ist im unmittelbaren Eindruck von diesen Gebilden dasherrschende Element.
Sukzessive Auffassung und Einfühlung.
Im Vorstehenden ist nun einstweilen die Tatsache dermechanischen Deutung räumlicher Formen, und zugleich dieAbhängigkeit des ästhetischen Eindrucks von derselben fest-gestellt. Es fragt sich aber jetzt: Wie kommt die mechanischeInterpretation zustande? d. h. wie geht es zu, dafs wir dieruhenden Formen in Bewegung auflösen, und in der Folgeallgemeinen Bewegungsgesetzen unterwerfen? Und dazu trittdie zweite Frage: Wie bedingt dieselbe den ästhetischen Ein-druck?
Die erste dieser beiden Fragen mufs aber gleich bestimmterso gefafst werden: Wie geschieht es, dafs wir die mechanischeDeutung mit Notwendigkeit vollziehen? Denn notwendig mufsdieselbe sein, wenn daraus die Schönheit der geometrischenFormen begreiflich sein soll. Schönheit sprechen wir ja denFormen nicht nach Belieben zu, sondern sie ist das Recht undEigentum der Objekte. D. h., was die Schönheit eines Objektesbegründen soll, mufs jederzeit unabtrennbar diesen Objektenangehören.
Und die zweite Frage beantworte ich gleich dahin: Nichtdie mechanische Interpretation als solche, sondern erst diedamit unmittelbar verbundene Vermenschlichung ist der Grunddes ästhetischen Eindrucks.
Ich bezeichne hier die Vermenschlichung als unmittelbarmit der mechanischen Interpretation verbunden. In der Tatverhält es sich so: Weder die mechanische Deutung, noch dieVermenschlichung ist das Erste, sondern Beides entsteht zumal.