Viertes Kapitel: Prinzip der monarchischen Unterordnung.
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geflissentlich betont. Beide werden etwa durch eine eigene,von der Farbe der übrigen Fläche sich abhebende Färbung,oder durch ein ornamentales Mittelstück bezw. eine Rand-verzierung, ausgezeichnet und in ihrer Bedeutung gehoben.
Dann verbindet sich Beides, der, durch solche Auszeichnungbedingte Anspruch dieser Teile, herrschende Elemente zu sein,und die in der Natur der Fläche gegründete Nötigung, siedazu zu machen, ihr Herrscheranspruch und ihr natürlichesHerrscherrecht. Der „Anspruch“, oder die in der Beschaffenheitder Teile liegende Forderung, kommt der in der Natur derFläche liegenden Aufforderung, oder diese „kommt“ jener„entgegen“. Darin liegt die ästhetische Bedeutung solcher Be-tonung.
Was dies Beispiel zeigt, hat aber allgemeinere Bedeutung.
Es gibt in jedem simultanen Ganzen eine natürliche Tendenzder Unterordnung unter die Mitte, andererseits unter die Grenz-teile, eine natürliche Tendenz der zentralen oder zentripetalenund andererseits der zentrifugalen Unterordnung. Und es istdemgemäfs natürlich, nämlich ästhetisch natürlich, dafs dieBildung des simultanen Ganzen dieser Tendenz gerecht werde,d. h. dafs in der Mitte und nach den Grenzen zu Elementedominierend heraustreten.
Ein noch einfacheres simultanes Ganzes als die kreisförmigbegrenzte Fläche ist die gerade Linie. Für diese, — wie fürjedes seinem Grundwesen nach in einer einzigen Richtung sicherstreckende Gebilde, — wird die Tendenz der zentripetalenBetonung zur Tendenz der Betonung beider Enden. Dazu trittdann die Tendenz einer Betonung der Mitte.
Vom simultanen Ganzen spreche ich hier. 1st das Ganzeein sukzessive Entstehendes, sei es objektiv, sei es für meineBetrachtung, dann hat es keine apperzeptive Mitte. D. h. meine ^Betrachtung oder Auffassungstätigkeit wird nicht von denübrigen Teilen her simultan zur Mitte hingelenkt. Sondern ichbetrachte das Objekt vom einen zum anderen Endpunkt. DieMitte ist dabei, ebenso wie jeder andere Punkt, Durchgangs-punkt. Die Endpunkte aber haben das Besondere, das im Worte„Endpunkt“ liegt. Sie sind natürliche Hauptpunkte. Es besteht