Z 92 6. B. Von den allgem. Negier. Rechten.
kommenhtzir, Kar/ön li'Ltckr, ,'Ntio/kan», rter emEkgenannt. Sie begreift ein Recht sowohl in Ansehung derSachen einzelner Unterthanett, als auch selbst in Ansehungihrer Personen im Nothfalle Verfügungen treffen zu kön,nen. Jenes nennt man Obereigenchum, (äominimneminens) dieses oberste Herrschaft, oder äußersteGewalt. Genau genommen hat der Staat zwar keinwirkliches und wahres Eigenthum weder an den Gütern,lisch weniger an den Personen der Bürger. Da aber dieErhaltung des Wohls des Staats das höchste Gesetz ist,so ist doch die höchste Gewalt auch berechtigt, alles zu thun,was hiezu beytragen kann, und es muß die Erhaltung desEinzelnen der Erhaltung des Ganzen nachstehen. Es hatdaher keinen Zweifel, daß z. B. wenn der Feind sich eines
SPatziergänz in graLer Linie antegen zu können; aber wel/eher Rechtsgelehrte und Philosoph wird auch dies behaupten.Ich glaube den Punct: in wie fern das Wohl des Einzelnen demWohl des Ganzen nachstehen müsse Th. i. S. ;84. f- bestimmtauseinander gesetzt zu haben. — Zu weit geht auch jener Vers,wenn er sagt: »die Rechte auch nur des Geringsten der Menschenkranken, um den Staat zu retten, heißt Len Endzweck den Mit-teln aufopfern, und das ist eine Philosophie, der sich selbst dieMönche im Mittelalter nicht zu schämen gehabt hätten, und wo-nach freylich der Mensch blos des Staates wegen geschaffen ist,grade so wie die Religion ihrer Priester wegen da ist." — Alsosollen lieber lochooc, unglücklich werden, als daß einem einzigendas Seinige, das ihm auf andre Art reichlich ersetzt werden.kann,genommen werden darf? Lieber soll also das ganze Schiff mitder Mannschaft untergeben, als daß man die schweren Güter desKaufmanns über Bord wirft? — Aber sagt der V«rf. »wanntrat je der Mensch in den Staat, um den Staat, und nicht viel-mehr um sich selbst zu erhalten?" — Gi.ebt den» der Kaufmannseine Waare auf das Schiff, um das Schiff zu erhalten? — Doches scheint, daß der Verf. den Staat für den Fürsten und dessenHofieute nimmt, sonst möchte das: „grade so, wie die Religionblos ihrer Priester wegen da ist" nicht paffen.