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Deutsche Rechtssprichwörter
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85) Goldener Hammer bricht eisernes Thor.

86) Schmieren macht linde Leute.

87) Wer da schmiert, der fährt.

88) Wer gut schmiert, der gut fährt.

89) Schmiere den Karren und füttere die Rosse, so geht der Karrenbesser.

90) Wagenschmieren hindert nicht.

91) Schmieren und salbenHilft allenthalben.

92) Wär' eine Sache noch so krumm,

Man biegt mit Geld sie um und um.

93) Was wär's, wenn ich viel Bücher hält? z

Dahier die Sach auf Gaben steht,

Wie Jeder gibt, darnach es geht.

94) Geld, Mieth und Gaben verkehren die Gemüther und Augen derRichter.

Das hohe Wesen des Gerichts verlangt Tugend an denen, die es aus-üben; der Richter ist ein Priester und an Gottcsstatt (4, 34). Dcß be-wußt sitzt er mit gewaltigem Stabe, des jüngstem Gerichtes ernstliche Bildungvor Augen/) ausgerüstet mit voller Macht, zu binden und zu lösen (615),aber auch verantwortlich vor dem untrüglichsten und gerechtesten Richter.

Rein und mackellos muß der sein, der an Andern Mängel abstellenwill, in Wort und That ein Freund der Gerechtigkeit, ohne Rücksicht auf diePerson. (3443)

Er schlägt den rechten Fuß über den Unrechten, zum Zeichen, daß erRecht stärken und Unrecht unterdrücken wolle;") all sein Sinnen steht nachder Gerechtigkeit und wird er aus der Sache nicht klar, so muß er siehundertdreiundzwanzig Mal überlegen/) so erst findet Recht, wer Recht hat,Unrecht, wer Unrecht thut.

Er ist Diener, nicht Herr des Gesetzes, muß cs also anwenden, ob es

2°) Sprich«. 1077. °°) Sprich«. 3929. Franck II 53. RechtsSp. I^ol. 4:wer da schmiert, der schrt". Franck II 52. Sprich«. 3930. Franck I 98. Hom.

369:sinere den karren und Inter d^ ros, so §st der karre dasts bas".°°) Sprich«. 48. Sprich«. 3928. Reineke Fuchs Simr. I 282. RechtSsp.12 v. und 101;Was «ers daß ich vil Bücher hct, allhie die sach aufs gaben steht,Wie jeder gibt darnach geht". Franck I 87.

a) Freyb. Ger. 141. skr. Rogge 89. b) Westph. IV 3094. 1. e) Ludolph II3b, Bodm. 614 so.