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der Nr. 16 vom 14. Januar 1879, 2. Beilage, des Näheren berichtete. Esreihten sich daran noch ein Schreiben Bamberger's an seine rheinischen Wähler,„Was uns der Schutzzoll bringt" (Post" 1879, Nr. 113, S. 1) und der VortragBamberger's „Ist der Freihandel ein Reichsseind?" („Post" 1880, Nr. 142, S. 3).Hiermit war das Tischtuch zwischen den beiden zerschnitten, und die späterenZeiten haben die Kluft, die sich zwischen denselben gebildet, nur noch erweitertund vertieft.
Bald darauf wurde der Reichstagsabgeordnete Freiherr von Varnbüler vonBismarck zum Vorsitzenden der vom Bundesrat beschlossenen Zolltarif-Kommissionernannt. Diese Stellung bedingte einen häufigeren persönlichen Ideenaustauschmit seinem Auftraggeber, zu dem er sich wiederholt nach Friedrichsruh begabst.Der Schwerpunkt der Varnbüler'schen Thätigkeit war natürlich Berlin; desMorgens empfing er die Deputationen, von mittags ab arbeitete er in der Tarif-Kommission. Varnbüler besaß große technische Kenntnisse, die er sich wohl haupt-sächlich dadurch erworben hatte, daß er mehrere Jahre eine von seinem Schwieger-vater (von Süßkind) ererbte Eisenfabrik in Wien selbständig leitete. Wieder-holt beschwerte er sich bei Bismarck darüber, daß er bei den preußischen Mit-gliedern der Zolltarif-Kommission nicht die nötige Unterstützung finde.
Es war bisher nicht bekannt, daß Freiherr von Varnbüler bereits im Jahre1878 dem Fürsten Bismarck einen vollständig ausgearbeiteten Plan für dieZoll- und Steuerreform in Deutschland überreicht hatte. Da das im Jahre 1879Erreichte sich in manchen Punkten an die Varnbüler'schen Ausführungen anlehnt,darin auch viele Gesichtspunkte enthalten sind, welche noch heute für den Volks-wirt von Interesse sind, so habe ich geglaubt, die Denkschrift hier im Auszugwiedergeben zu sollen.
Auszug einer Denkschrift des Abgeordneten Freiherrn von Varn-büler üb'er die Zoll- und Steuerreform, dem Fürsten Bismarcküberreicht Mitte 18782).
Eure Durchlaucht!,
Es ist unzweifelhaft, daß Deutschland die ihm auserlegten öffentlichen Ab-gaben an das Reich, den Staat und an die Gemeinde mißwilliger und schwerer
>) 2. und 30. Januar 1878 Konferenzen Bismarck's mit Varnbüler in Friedrichsruh zurVerständigung über die Aufgaben der Zolltarif-Kommission. Am 27. Januar 1879 hatte sichnoch der Reichstagsabgeordnete Or. Lucius nach Friedrichsruh begeben.
2) Das Datum der Abfassung der Denkschrift hat sich nicht festsiellen lassen, die Nieder-schrift erfolgte aber jedenfalls nach dem März 1878 und vor dem Oktober 1878. Die Denk-schrift ist hier nur im Auszüge mitgeteilt. Gestrichen ist eine große Zahl statistischer Nach-weise, die Motivierung zu einzelnen Zolltarifpositionen und andre antiquierte Abschnitte. DerSchwerpunkt liegt in den allgenieinen Gesichtspunkten, welche in der Denkschrift enthalten sind,und welche sich Fürst Bismarck, wie seine späteren Vorschläge zeigen, vielfach angeeignet hat.Die Denkschrift enthielt ein praktisches, wohl ausführbares Programm in großen Zügen, dasin manchen Punkten noch heute mehr als historisches Interesse in Anspruch nehmen darf.
Posch inger, Fürst Bismarck u. die Parlamentarier II. 20