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Die XII. preußische Legislatur-Periode
16. d. geschrieben." Nachdem Bismarck seiner Unzufriedenheit über Blaucken-burg's Ablehnung und die Haltung seiner Fraktionsgenossen') und der „Junker"lebhaften Ausdruck gegeben, fährt der Brief fort: „. . ich stehe dienstlich auf derBresche und mein irdischer Herr hat keine Rückzugslinie, also: vsxilla rogis xro-äonut."
Anfangs Oktober 1875 hielt sich M. von Blauckenburg, dem Bismarck seinenMinisterrefüs inzwischen bereits vergeben hatte, mehrere Tage in Varzin auf.Nach den erhaltenen Eindrücken glaubte er schon damals einen „Zusammensturzder liberalen Minister- und Parlamentsherrschaft" sowie der damals noch herr-schenden Wirtschaftspolitik prophezeien zu können; freilich fügte er hinzu: „mitwelchen Mitteln dies Ziel aber erreicht werden soll, ist mir, und ich fürchte auchBismarck, ein völliges Räthsel."
Unterm 24. Dezember 1875 schreibt Blanckenburg: „Politisch liegen
die Dinge (ich war einige Tage in Berlin) sehr verwirrt. Bismarck will ehrlichlos von den Geistern, die er ries — indeß ich sehe immer noch nicht das Loch,aus dem die Geister entweichen werden. Ja, wenn es sich nur um das altePreußen handelte — dann wäre es nicht allzu schwer, an eine gesunde Re-aktion zu glauben . . . aber Deutschland — da stoßen sich die Parteien so ge-waltig und so mannigfach, daß ich nicht weiß, wie Bismarck von der jetzigenMajorität loskommen will." —
Am 24. Februar 1874 erging an den Abgeordneten für den 4. Schleswig-Holsteiuschen Wahlkreis, Kreisrichter Hansen, nachstehendes Schreiben:
„Euer Hochwohlgeboren erwidere ich auf den Antrag vom 13. d. Mouatsergebenst, daß ich den Entschädigungs-Ansprüchen der vormals Jütischen En-klaven mein besonderes Interesse widme, und für die beschleunigte Erledigungdieser Angelegenheit ohne Verzug die mir ressortmäßig zu Gebote stehendenSchritte gethan habe. Weitere Mitteilung behalte ich mir vor.
von Bismarck.
Die hier in Bezug genommene Entschädignngssrage spielte in den Verhand-lungen der zweiten preußischen Kammer, insbesondere auch im Schoße der Wahl-prüfuugs-Kommission lange Zeit eine Rolle. —
Zu Anfang des Jahres 1875 war der Abgeordnete von Sybel^), augen-scheinlich bestimmt durch die drückende Majorität der Klerikalen in der Rhein-
>) Zu vergl. die Schrift: „Ein Wort für Bismarck's innere Politik von einem Konser-vativen." Berlin 1874, Schneider und Comp. (Goldschmidt und Wilhelm!). Eine Widerlegung derharten Worte der „Kreuzzeitnng": „Bismarck könne im Innern nicht regenerieren, sondern nurzerstören", und eine Rechtfertigung der Handlungsweise des Staatsmanns im Hinblick ans diegegebenen Verhältnisse und die schmollende Haltung der Konservativen.
'-h von Sybel, I)r. Heinrich Karl, geboren den 2. Dezember 1817, Professor der Geschichtein Bonn, seit 1875 Direktor der preußischen Staatsarchive, Wirklicher Geheimer Rath. Mit-glied des Abgeordnetenhauses 1862—1864, und dann wieder von 1873 ab.