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2 (1895) 1847 - 1879
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1871-1873

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haben noch 50--60 Paragraphen vor uns! Es steht sehr dahin, ob die Sessioneine fruchtbare sein wird. Beim Militärstrafgesetz sind die Aussichten neuerdingsbesser.

Berlin, den 11. Juni 1872.

Mit Arbeiten bin ich stark in Anspruch genommen. Die Kommission fürdas Gesetz wegen Verwendung der Kriegsentschädigung nahm in der letzten Wochemit ihren Sitzungen die Abende oft bis 10 ja sogar bis 11 Uhr in Anspruch st.Ich mußte mich um unsere süddeutschen Interessen tüchtig wehren, und es gelangmir in Verbindung mit den süddeutschen Abgeordneten der Kommission und densüddeutschen Ministern gute Erfolge zu erzielen. Im Reichstag wird voraussicht-lich nicht darüber gestritten werden. Wir werden hoffentlich den Franzosen nichtdas Schauspiel eines Zanks um die noch gar nicht bezahlten Milliarden geben.Der württembergische Militäretat, der ein Teil des deutschen Militäretats ist,beschäftigt mich gegenwärtig lebhaft. Als Mitglied der Kommission für dasMilitärbudget reichte ich nach hiesigem Gebrauch eine Reihe von Fragen zur Auf-klärung ein. Die preußischen Kommissare waren nicht in der Lage, dieselbe inder Sitzung zu beantworten; sie erbaten sich darum Ausschlüsse von Stuttgart.Unser Kriegsminister von Suckow hatte nun die Zuvorkommenheit, den Etat-referenten, Jntendantnrrath Metzger hierher zu senden, um dem württembergischenMilitärbevollmächtigten und mir mündlich die nöthigen Aufschlüsse zu geben.Ich habe schon 2 Tage mit diesen beiden Herrn gearbeitet und beabsichtige, beider 3. Lesung des Militäretats meine Bemerkungen im Reichstag vorzubringen, hauptsächlich um unfern Leuten zu Hause die wünschenswerthen Aufschlüssezu geben.

Aus der letzten Session der ersten Legislaturperiode liegen noch folgendebriefliche Äußerungen des Abgeordneten Hölder vor.

Berlin, den 29. April 1873.

Unser Leben hier ist sehr einförmig, und ich sehne mich nach mildemFrühlingswetter. Ich bin in der Kommission für das Kriegsleistnngsgesetz

(Quartier, Vorspann u. s. f.), in der wir in der Stunde etwa einen Paragraphenerledigen. Man kann sich denken, wie viel Zeit diese Kommission kostet. Dazukommt beinahe jeden Abend von 710 Uhr Fraktionssitzung!

0 Bayern und Württemberg hatten behauptet, sichverkürzt" zu fühlen, wenn die Ver-teilung der Milliarden nur nach den militärischen Leistungen der Einzelstaaten vom 16. Juli 1870bis zum l. Juli 1871 stattfände, und nicht auch Gewicht gelegt werde auf andere, namentlichpolitische Gesichtspunkte. Sie hatten daher ursprünglich vorgeschlagen, die französische Kriegs-entschädigung zu b-goch den Kriegsleistungen, zu nach der Bevölkerungszahl der Einzel-staaten zu verteilen. Diese unbillige Forderung wurde von Bayern spater dahin ermäßigt,daß 3/4och der Kriegsleistung, '/z nach der Bevolkerungszahl an die Bundesstaaten verteiltwerden sollte. Bnndcsrat und Reichstag stimmten einhellig zu. (HanS Blum a. a. O. S. 125.)Vcrgl. auch S. 172.