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Ist bis jetzt versucht worden, auf dem Wege der Vergleichungvon Einzelheiten Aufklärung über unsere Basler Werke zu ge-winnen, so sei nun noch ein Blick auf die Gesamtcompositionen.der einzelnen Bilder der Vinc. T. geworfen. Auch sie hat derKünstler ebenso wenig wie die Ap. T. ohne Vorbilder geschaffen,was bei einer Natur, welche, wie nachgewiesen, so abhängig vonden Schöpfungen älterer Zeiten, so aufnahmefähig für künstlerischeEinflüsse war, nicht anders zu erwarten ist. Dass er trotz alledemimmer noch bis zu einem gewissen Grade selbständig schuf undcomponierte, soweit dies für einen Sculptor der auf Tradition undhandwerklichem Herkommen fussenden romanischen Schule über-haupt möglich war, soll dadurch nicht in Abrede gestellt werden.Es zeigt dies die Darstellung, auf welcher die Folterknechte denschon in Verwesung übergegangenen Leichnam des Heiligen ausdem Kerker hervorziehen. Dieses Bild ist so frisch und zeigt ein soausgesprochenes und keineswegs erfolgloses Streben nach Realismus,dass man es — ebenso wie den Bau der Kapelle auf dem letztenFelde — nicht für Nachbildung, sondern für originelle Schöpfunghalten möchte. Wie trefflich ist darauf nicht der Abscheu der dreiKnechte vor dem Leichengeruch zum Ausdruck gebracht! Zweihalten sich bange die Nasen zu, während der Dritte, um dieHände frei zu haben, ein Tuch um die untere Gesichtshälfte ge-wunden hat.
Wir haben gesehen, wie der Bildner auf der Vinc. T. zuletzt,durch die Masse des darzustellenden Stoffes gezwungen, doch nochvon der bis dahin beobachteten Zweiteilung der Felder abgehenund drei der figurenreichsten Compositionen noch innerhalb derletzten Umrahmung unterbringen musste, und wie er diese Auf-gabe nicht ohne Geschick gelöst hat. Aber gerade auf dieserletzten Abteilung finden sich zwei an künstlerischem Wert sehrungleiche Scenen, nämlich die Versenkung des Leichnams in das
Weltgerichtsdarstellungen kann z. B. diejenige von der Kathedrale vonBourges genannt werden. Hier verteilen Engel die Kronen an die denHimmel betretenden Seligen. XIV. Jahrh. — Der Geistliche mit Rauch-fass und Kreuz kehrt auf fast allen Grablegungsscenen Heiliger undMärtyrer wieder, ein spätes Beispiel hierfür ist die Beerdigung desheil. Stephanus in der Lünette des südlichen Seitenportals von Notre-Dame zu Paris.