III.
Das Südportal der Stiftskirche von Saint Ursanne(Canton Bern).
Im lieblichen Thale des oberen Doubs liegt das kleine Städt-chen St. Ursanne an jener malerischen Stelle, wo sich einst dieEinsiedelei des heiligen Ursicinus befunden haben soll, aus welchersich später die Abtei gleichen Namens entwickelte. Diese wiederumwurde zu Beginn des XII. Jahrhunderts in ein Chorherren-Stiftumgewandelt , 1 dessen im Laufe desselben Saeculums erbauteKirche, abgesehen von einer dem südlichen Seitenschiffe zuge-fügten Kapellenreihe mit gothischen Fenstern, ihre ursprünglicheForm bis auf unsere Zeit bewahrt hat. Ilas mit Ausnahme desreichen Chorbaues im übrigen schmucklose Aeussere dieser Kirchezeigt auf der Südseite des Altarhauses — im Norden schliesstsich der jüngere Kreuzgang an — einen reichen romanischenPortalbau. (Taf. VI.)
Schon im vorigen Abschnitte ist darauf hingewiesen worden,dass dieses Portal in mancher Hinsicht auffällige Anklänge an dieBasler Galluspforte zeigt. Die nicht zu leugnende Verwandtschaftbeider Werke ist gewöhnlich so erklärt worden, dass Basel dergebende, St. Ursanne der empfangende Teil sei . 2 Die Annahme,dass der bildnerische Schmuck der Kathedralkirche den kleineren
1 Fidele Chevre, Histoire de Saint Ursanne.
2 J. Rud, Rahn, Geschichte d. bild. K. in d. Schweiz I, 266.