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Meer und die Bestattung desselben in der Grabkapelle. Die ersteist in ihrer symmetrischen Anordnung doch ausserordentlich be-fangen, die zweite von einer hohen Lebendigkeit und frischenNaturwahrheit. Für manche der Scenen nun glauben wir, wennauch keine direkten Vorbilder, so doch Darstellungen gefundenzu haben, welche auf ein gemeinsames Muster, es sei diesnun ein Werk der Malerei, Sculptur oder Kleinkunst, zurückgehen,auf jeden Fall aber viele verwandte Züge zeigen. Es sind diesFresken, welche die Wände alter römischer Kirchen zierten undzum Teil noch zieren. So war der Porticus der Kirche S. Vin-cenzo ed Anastasio alle tre Fontane bei Rom mit nunmehr unter-gegangenen Fresken geschmückt, welche die Leidensgeschichteder beiden Kirchenpatrone enthielten. Der Kardinal FrancescoBarberini liess von denselben seinerzeit Durchzeichnungen anfer-tigen, welche d’Agincourt in seinen „Denkmälern der Malerei“veröffentlichte . 1
Wir finden dort auf dem Fresco, wo der Heilige aufDaciansGeheiss sanft gebettet wird, um Kräfte für neue Qualen zu sam-meln, 2 der Tod ihn aber auf seinem Lager erlöst, hinter derRuhestätte den achteckigen Kerkerbau, in dessen Fenster wie inBasel der Engel mit als Kind dargestellter Seele des Abgeschie-denen erscheint; auch die Kleidung der Männer, der kurze überden Hüften gegürtete Rock, ist dieselbe. Bei der Versenkung insMeer ist nur das unmittelbare Auftauchen des Heiligen auf derandern Seite vergleichbar, aber die Figur des von den Rabenbewachten Leichnams zeigt schon grössere Aehnlichkeit mit der-jenigen unserer Sculptur.
Zweifellos jedoch bestehen Beziehungen zwischen der BaslerDarstellung des Martyriums auf dem Rost und dem Wandgemäldeaus dem Innern der Basilica S. Lorenzo fuori le mura, welches die
1 d’Agincourt, Denkmäler der Malerei, Taf. XCYIII. Die Abbild-ungen d’Agincourts sind von uns im Gegensinne wiedergegeben worden,weil dies einmal den Vergleich mit der Basler Tafel erleichtert, so-dann aber auch berechtigt erscheint. Wenigstens bildet d’Agincourtverschiedentlich bekannte Gemälde italienischer Meister in Umzeich-nungen ab, sodass wohl auch hier unsere Wiedergabe erst wieder dieAnordnung der Originale richtig stellt.
2 Vgl. die nLegenda aurea» a. a. O.