VII.
Die Apostel- und Vincentiustafel im Münster
zu Basel.
Wir kehren zum Schlüsse unserer Betrachtungen noch ein-mal zu jenem Bauwerke zurück, dessen reiches Portal den Aus-gangspunkt derselben bildete, zum alten Basler Münster. Unterden aus der romanischen Epoche stammenden Plastiken, welchedieses herrliche Gotteshaus in seinem Innern birgt, sind die be-merkenswertesten selbständigen Kunstwerke unstreitig die zur Zeitin die Ostwände des Querhauses eingelassenen Hochreliefplatten , 1welche unter dem Namen einer Apostel- und Vincentiustafel schonmehrfach in der kunstgeschichtlichen Literatur Erwähnung gefundenhaben . 2
Etwas Abschliessendes ist jedoch bisher noch nicht überdiese beiden Werke veröffentlicht worden; auch die Frage nachihrem Alter und ihrer Provenienz wurde stets verschieden beant-wortet, sodass ein Versuch, Genaueres über die zweifellos bedeu-
1 Früher befanden sich beide Tafeln an anderen Orten; das Apostel-relief in der Krypta, dasjenige mit der Legende des. heiligen Vin-centius, senkrecht in zwei Hälften geteilt, an den Seitenwänden dervom Querhause nach dem Chor führenden Treppen. Vgl. Jakob Burck-hardt, Beschreibung der Münsterkirche und ihrer Merkwürdigkeiten inBasel, vom Jahre 1842.
2 Die betreffenden Werke sind an den Stellen namhaft gemacht,in welchen Bezug auf sie genommen ist.