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Die Basler Galluspforte und andere romanische Bildwerke der Schweiz
Entstehung
Seite
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kleine Teufelchen, derspiritus immundus, welcher im erstenBilde des Reliefs auf einer Säule sitzt, bei der Geisselungssceneaber nicht, wie Otte 1 sagt,dem assistierenden Richter in denHaaren kraut, sondern ihm seine grausamen Reden und Ent-schlüsse einbläst, welche den Gemarterten zu dem Ausrufe reizen:O venenosa diaboli lingua, tormenta tua non timeo. 2 Stattals Teufel erscheint dieser unreine Geist wohl auch in Tierge-stalt ; 3 sein Gegenstück, die himmlische Weisheit zuflüsterndeTaube, das ständige Attribut Sanct Gregor des Grossen, ist wohlauch eine Erfindung französischer Miniatoren. 4

Der dem Gefolterten die Märtyrerkrone reichende Engel undder Geistliche mit Rauchfass und Kreuz findet sich vielfach aufaltfranzösischen Sculpturen ähnlichen Inhalts, doch sind sie freilichals Gemeingut der romanischen und später der gothischen Plastikzu betrachten . 5

1 Otte, Kunstarchäologie des Deutschen Mittelalters, p. 295.

8 Jacobi a Voragine Legenda aurea vulgo historia Lombardicadicta. Cap. XXV. De Sancto Vincentio.

3 Für diese Darstellungsweise, das Einflüstern böser Ratschlägedurch den spiritus immundus in das Ohr des Richters, seien fol-gende Beispiele angeführt: 1. Ein Teufelchen aufder Schulter des Herodes, auf diesen einsprechend.

Darstellung des bethlehemitischen Kindermordesim Tympanon des nördlichen Seitenportales vonNotre-Dame zu Paris. 2. Ein Richter mit einerWage, mit einem Manne mit Stab und Tascheverhandelnd, während ihm der Teufel seinen Ratins Ohr bläst. Sculpturenfries der Vorhalle derKlosterkirche zu Andlau. Vergl. Woltmann, Eisass,p. 20. 3 . Broncethür zu Hildesheim (101 5 ),

Christus vor Pilatus. Ein unreiner Geist, etwa inHundegestalt, legt dem zu Gericht Sitzenden dasVorderbein auf die Schulter. Abgeb. bei Otte,

Kunstarchäologie, p. 304. 4. Eine Darstellung,wohl Buchmalerei, bei Bastian, «Allerlei aus Volk-und Menschenkunde», t. II, Taf. IX, dort be-zeichnet «Versuch, des Versuchers zur Versuchung in tierischer Un-geheuerform. XI. Jahrhundert». (Vgl. nebensteh. Abb.)

4 Vgl. Moianus, De historia sanctarum imaginum et picturarum,edit. Paquot, p. 205 .

5 Die Kronen tragenden Engel finden sich sehr häufig auf Mar-tyriums-Darstellungen, kommen aber auch gelegentlich der Darstellungdes jüngsten Gerichtes vor, wo sie den Seligen dieselben darreichen.Für die erste Art von Bildwerken sei ein Hochrelief aus der Kathe-drale zu Reims angeführt, auf welchem ein in Wolken erscheinenderEngel dem heiligen Benedictus die Krone bringt. XIII. Jahrh. Für die