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Tiefen“ (Augen, Locken) uns ebenso gut an römische Grabreliefserinnern kann, wie die romanische Plastik Sienas seinerzeit Lübkehieran erinnerte . 1 Die klare und ausdrucksvolle Stilisierung derGesichtsflächen, die starken, geraden Nasen sind eine entschiedeneDescendenz antiker Formanschauung.
Nicht unwesentlich wird unsere Annahme durch den Um-stand unterstützt, dass die Füsse der Apostel mit Sandalen antikerArt bekleidet sind; diese Fussbekleidung musste dem nordischenKünstler fremd, dem klassisch gebildeten, südländischen dagegengeläufig sein . 2
Ein spätrömischer, aus Arles stammender Sarkophag, welchersich zur Zeit im dortigen Musee lapidäire befindet und auf seinenLangseiten auch die Bilderder Apostel trägt, kanntrotz seiner nicht über-grossen Aehnlichkeit mitder Basler Tafel in denBereich unserer Betracht-ungen gezogen werden,weil er ein interessantesGlied in der Entwicklungs-kette der antik beeinflusstenromanischen Sculpturen zu
bilden geeignet ist. Man Von einem römischen Sarkophag zu Arles,
vergleiche ihn mit der
Seitenwand einer Tumba, welche aus der Kirche von St. Me-noux (Allier) stammt und die Reliquien des dortigen Local-heiligen enthielt . 3 Dieser aus dem XII. Jahrhundert stammendeSteinsarg hat mit dem Arier das Muschelornament als Zwickel-füllung, mit dem Basler Relief das Motiv der kleinen Fenster-öffnungen und die hinsichtlich der Kapitelle und Basen sehr ähn-
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1 W. Lübke, Geschichte der Plastik.
2 Die Gestalten der romanischen Plastik Deutschlands sind meistentweder barfuss oder, wie an der «Goldenen Pforte» zu Freiberg i/S.mit Schuhen bekleidet. Wo Sandalen Vorkommen, wie in Bamberg,wird man stets an direkte oder indirekte antike Einflüsse denkenmüssen.
* Vgl. J. J. Moret cure-doyen de St. Menoux: Saint-Menoux,sa vie et son culte.