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Rahn , 1 welcher die Frage nach dem Alter der Basler Re-liefs offen lässt, sagt von der Ap. T.: „Nun erscheint aber dasBildwerk, verglichen mit den heimischen Bildwerken des XII.Jahrhunderts, so ungleich freier und augenscheinlich unter demEinfluss spätrömischer oder altchristlicher Vorbilder entstanden,dass man sich für eine spätere Datierung nur unter der Voraus-setzung entscheiden wird, es sei diese Tafel von einem fremden,den einheimischen Künstlern des XII. Jahrhunderts bei weitemüberlegenen Bildner gefertigt.“ Eine genaue Analyse unsererSculpturen, denn dasselbe gilt auch von der gleichalterigen Vinc.T., wird dieses vortreffliche Urteil bestätigen.
Ist das System der architektonischen Umrahmung nur imAllgemeinen und übersetzt in die Formensprache der Romanik,dem der älteren Steinsärge nachgeahmt, so konnten die Gestaltender Glaubensboten selbst nur von einem Künstler geschaffenwerden, welcher Auge und Hand durch langen, vertrauten Verkehrmit der Antike gebildet hatte. Und dies war zur Zeit der Ent-stehung unserer Tafeln nur in Italien oder in dem an römischenKunstwerken überreichen Südfrankreich möglich. Im letztge-nannten Lande haben sich antike Sculpturen, welche dem BaslerKünstler hätten zum Vorbild dienen können, bis auf den heutigenTag in Menge erhalten, dort lässt sich auch direkt der Einflussderselben auf die Sculptoren der romanischen Epoche nachweisen.Man denke nur an die gleichfalls dem XII. Jahrhundert ange-hörenden Apostelstatuen der Kirche St. Trophime in Arles, welche,wie auch die Ornamentik dieses Baues, die Bekanntschaft unddas Studium der Antike erkennen lassen.
Vieles von den Gewandmotiven unserer Apostel, wie dassich straff und gurtartig um den Leib legende Obergewand, dasTragen des Mantels über dem Unterarm, das Einhüllen des Armesin ihn, das Knüpfen und Binden desselben mit durchgezogenerSchlaufe oberhalb der Hüften, alles dieses gemahnt uns an die rö-mische Togastatue.
Die Art, das Haar bis tief in die Stirne zu tragen, welcheden Basler Figuren durchweg eigen ist, ist entschieden südlicherNatur, während „die Technik mit den effectvoll ausgearbeiteten
1 Rahn, a. a. O. p. 259.