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Die Basler Galluspforte und andere romanische Bildwerke der Schweiz
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relief, jedenfalls auch das andere Bildwerk; die Vertiefungen aufseinem mittleren Querrahmen dienten sicher zur Aufnahme derihn befestigenden Stifte.

Angesichts einer solchen Masse von Uebereinstimmungen,welche sich noch vermehren liesse, dürfte die These:Apostel-und Vincentiustafel sind Werke desselben Künstlers, kaum nochauf Widerspruch stossen !

Ist nun einerseits die Identität des Stils und der Technikbeider Tafeln festgestellt, so wird es andererseits nicht so leichtsein, weitere, verwandte Schöpfungen der romanischen Epochenamhaft zu machen. Beide Reliefs bilden im Gebiete der früh-mittelalterlichen Schweizer Kunst so fremdartige Erscheinungen,dass man vergeblich nach Aehnlichem suchen wird. Und doch er-scheinen uns die Werke an sich nicht fremd, im Gegenteil glaubenwir an ihnen manchen oftgesehenen Zug, manches wohlbekannte Mo-tiv zu entdecken Es wird also geboten sein, ausser Landes Umschauzu halten und auch zeitlich um ein Beträchtliches zurückzugehen.

Da ist es denn die Verwandtschaft des Apostelreliefs mit denantiken, römischen Sarkophagsculpturen, welche man zuerst wahr-nimmt. Wir wissen, wie die altchristliche Sarkophagsculptur ausdiesen heidnischen Kunstwerken sich entwickelte, wie die christ-lichen Sarkophage im Mittelalter dann häufig als Altäre benutzt,als Reliquiensärge hochgeachtet wurden, wie nicht blos in Italien,sondern auch diesseits der Alpen, so in Südfrankreich, antikesGerät für den kirchlichen Gebrauch verwendet wurde.

Von diesen heidnischen Steinsärgen nun, auf welchen manmythologische oder geschichtliche Darstellungen zwischendieScenen gliedernden Säulenstellungen abzubilden pflegte, übernahmdie altchristliche Kunst die flachbogige Arcatur, in deren Interco-lumnien sie mit Vorliebe die Figuren der Apostel oder sonstigerHeiligen in stehender oder sitzender Haltung anbrachte, und dieseManier eignete sich sodann das Mittelalter an, welches sie beigrösseren Werken der Plastik (Altären, Tumben, Chorschranken),wie auch bei Werken der Kleinkunst (Reliquiarien aus Elfenbeinund Metall u. s. w.) Jahrhunderte lang variierte.

1 Vgl. Anton Springer, Bilder aus der neueren Kunstgeschichte:Das Nachleben der Antike im Mittelalter, p. 18.