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Die Basler Galluspforte und andere romanische Bildwerke der Schweiz
Entstehung
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Das zweite Feld, rechts oben, zeigt die Einkerkerung des Heiligenund seine Standhaftigkeit auf dem glühenden Roste, als derenLohn ihm ein vom Himmel herabschwebender Engel die Märtyrer-krone darreicht. Auf dem ersten unteren Felde wird sein Leich-nam aus dem Gefängniss gezerrt und den wilden Tieren zumFrasse hingeworfen, von den Raben aber gegen die gierig heran-schleichenden Bestien verteidigt. Im letzten Felde endlich hat derKünstler, wie schon gesagt, drei Scenen vereinigen müssen. DerTote wird hier auf Befehl des ergrimmten Dacianus von einemSchiffe ins Meer versenkt, aber auch die Wogen wollen den ge-weihten Leib des Gottesmannes nicht verschlingen, sondern bringenihn an den Strand zurück, wo er von seinen Getreuen aufgefundenwird. Den Beschluss der Darstellungen bildet die kirchliche Be-stattung in einer im Bau begriffenen Grabkapelle, der auf einemKapitelle des unfertigen Gebäudes die treuen Raben, welche auchdas Schiff begleiteten, beiwohnen.

Beide Tafeln fordern, trotz ihrer inhaltlichen Verschiedenheit,schon dadurch, dass sie zur Zeit gleichsam als Gegenstücke imInnenraum des Münsters angebracht sind, zum Vergleich mit ein-ander auf, und dieser Vergleich ist auch schon angestellt worden.So sagt Rahn * 1 in Bezug hierauf unter Anderm:Auch die Ge-wänder, wo das antike Idealkostüm erscheint, zeigen völlig über-einstimmende Motive, sodass zum Mindesten die Annahme einesgleichzeitigen Ursprunges dieser Tafeln nicht ungerechtfertigt er-scheint. Dies muss zugegeben werden, und noch etwas Anderessoll im Folgenden bewiesen werden, nämlich dass es dieselbeKünstlerhand war, welche beide Tafeln meisselte.

Hierfür sprechen zahlreiche Analogien: Die Köpfe mit ihrenniedrigen, bis zur Hälfte vom Haupthaar bedeckten Stirnen zeigenauf beiden Tafeln dieselbe längliche Form und eine völlige Ueber-einstimmung der Technik in der Behandlung der Augen, derenSterne durch eine grosse kreisrunde Vertiefung angedeutet sind . 2

ragossa zu Tode gemartert. Doch war ein Dacianus auch unter Con-stantin I. im Jahre 358 Konsul. Vgl. E. A. Stückelberg, Das constan-tinische Patriciat, Basel 91, p. 71.

1 J. Rud. Rahn, Geschichte d. bildenden Künste in d. Schweiz,I, 261.

2 Diese Vertiefungen waren möglicherweise ursprünglich mit irgend