Druckschrift 
Die Basler Galluspforte und andere romanische Bildwerke der Schweiz
Entstehung
Seite
39
Einzelbild herunterladen
 

39

wurde, hatte den Basler Bischofsstuhl nur kurze Zeit inne. Krstarb im Jahre 1177 und wurde in der Sankt Galluskapelle 1 bei-gesetzt, als erster der vornehmen Toten, welche im Laufe derZeit in diesem Teile des Münsters ihre letzte Ruhestätte fanden.

Hierdurch wird nun die Vermutung nahe gelegt, Hugo seivielleicht der Stifter dieser Kapelle und des Portals gewesen.Weiter unten werden wir sehen, dass es derselbe Hugo war,welcher das dem Basler sehr nahestehende Portal der Stiftskirche

1 Ueber den Ursprung des Namens der Galluspforte Hess sichEndgültiges nicht nachweisen. Nach Jakob Burckhardt, «Beschreibungder Münsterkirche und ihrer Merkwürdigkeiten in Basel», hat die Ka-pelle dem Portal den Namen gegeben. Erwähnung findet die Kapellezum ersten Male bei Wurstisen (Münsterbeschreibung p. 432, Epitome77, vergl. Baug. d. B. M. p. 37, Anm. 1), während von einer «Gallus-pforte» schon in früheren mittelalterlichen Quellen die Rede ist. DasWahrscheinlichste ist, dass die Stiftung der Kapelle und die Erbauungder Pforte in die gleiche Zeit fallen. Das erst späte schriftliche Vor-kommen des Namens «Galluskapelle» beweist unsers Erachtens nichtden jüngeren Ursprung des Namens, spricht im Gegenteil für dieZähigkeit einer mündlichen Tradition. Auch können ältere Urkundenja verloren gegangen sein. Wie dem auch sei, über die Lage der Ka-pelle im Kircheninnern herrscht ebenso wenig ein Zweifel, wie darüber,dass Hugo von Hasenburg in derselben bestattet war. Im über vitaeecclesiae Basiliensis heisst es : «Hugo vero de Hasenburg ante cameramcampanarii, cuius sepulchrum summum gradum attingit, ubi in poste-riorem chriptam descenditur, est tumulatus». Man betrachte den Grund-riss, welcher sich in den Tafeln zu Jakob Burckhardts Münsterbe-schreibung findet. Die «camera campanarii» wäre im Erdgeschoss desnicht mehr vorhandenen nördlichen Turmes des romanischen Bauesanzunehmen. Der Raum davor aber galt noch 1619 für die Gallus-kapelle. Johannes Gross, Pastor von St. Leonhard, teilt in seiner indiesem Jahre erschienenen «Basilea. sepulta» die verloren gegangeneGrabschrift des Bischof Hugo folgendermassen mit:

Anno Domini MCLXXVIIObiit

Rever. Hugo de HasenburgEpiscopus Basiliensis,

und fügt als Ortsbezeichnung hinzu «In S. Galli sacrario». Die Jahres-zahl 1177 als Todesjahr Hugos muss festgehalten werden, trotzdemeinige Historiker das Jahr 1182 annehmen. Es erscheint mir sehr ein-leuchtend, dass die ganze Meinungsverschiedenheit auf einer in dieLiteratur übergegangenen falschen Lesung oder Abschrift der ältestenDatumüberlieferung, eben jener Jahreszahl auf dem verlorenen Grab-steine, zurückzuführen ist. Dieselbe war vielleicht verwittert, abgetretenoder undeutlich gemeisselt; nur ein kleines Kreuzen der beiden Stricheder V ist erforderlich, und man erhält statt 1177 die Zahl 1182, statt:MCLXXVII MCLXXXII.