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Die Basler Galluspforte und andere romanische Bildwerke der Schweiz
Entstehung
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von St. Ursanne, dem Orte seiner Wirksamkeit, ehe er BaslerBischof wurde, erbaute und auch dem heiligen Gallus weihte.Die zahlreichen, eng verwandtschaftlichen Beziehungen zwischenbeiden Bauwerken lassen den Gedanken an einen gemeinsamenBauherrn sehr berechtigt erscheinen. Auch die Vorliebe für denheiligen Gallus ist für einen Angehörigen des St. Ursanner Kapitelsehr erklärlich. Gallus war wie Ursicinus Irländer und Schüler desheiligen Columban; die Legende von dem Bären, welcher denHeiligen begleitet und ihm Speise zuträgt, ist beiden gemeinsam . 1Dass Hugo, welcher noch bei Lebzeiten des depossedierten BischofLudwig in dessen Amte thätig war, sich bemühte, die Zuneigungseines Volkes und der Geistlichkeit durch prächtige Stiftungen undVerschönerungen der Münsterkirche für sich zu gewinnen, lässtsich begreifen. Ebenso leuchtet ein, dass der aus einem Gebietewelscher Zunge stammende Kirchenfürst einen in Frankreich geschul-ten Künstler nach Basel berief. Vielleicht ist es auch mehr alsein Zufall, dass zu Ende des XII. Jahrhunderts, als ein VerwandterHugos, Heinrich von Hasenburg, Bischof von Strassburg war, diein dem Bistum desselben gelegene St. Peter- und Paulskirche zuSigolsheim (Ober-Elsass) ein Portal erhielt, welches in seinerganzen Anlage sowie seinen Einzelformen, Kapitellen, Ornamen-ten u. s. w. die augenfälligste Verwandtschaft mit der etwazwanzig Jahre jüngeren Galluspforte zeigt . 2

Nun könnte zwar noch der Einwand erhoben werden, derStifter im Basler Lünettenbilde sei barhäuptig abgebildet, ein ohneInful dargestellter Bischof in der Kunst des XII. Jahrhundertsaber eine zum mindesten seltene Erscheinung . 3

1 Vergl. Vautrey, Histoire des eveques de Bäle I, p. 3 y r. 39,Fidele Chevre, Histoire de Saint Ursanne, die einschlägigen Artikelbei Cahier, Les Saints etc. Bei Ursicinus ist der Bär = ursus gleich-zeitig «redendes» Attribut. Daher auch Wappentier von St. Ursanneund am unteren Thor der Stadt, sowie als Brunnenfigur daselbst ab-gebildet.

2 Eine gute Abbildung des Sigolsheimer Portals findet sich inder Publikution «Elsässische und Lothringische Kunstdenkmäler» Blatt16. Im Texte dazu auch die Datierung. Eine schlechtere Abbildungdes Tympanon enthält: F. X. Kraus, Kunst und Altertum in Eisass-Lothringen, I, fig. 102.

3 Der Kopf der kleinen Figur scheint abgebrochen und dannwieder befestigt worden zu sein, jedenfalls aber ist es der alte.