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Die Basler Galluspforte und andere romanische Bildwerke der Schweiz
Entstehung
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Hierzu sei, um die Eigenart des Basler Werkes zu erklären,seinem Meister auch noch ein gut Teil künstlerischer Individualitätzugestanden und die Fülle von Eindrücken in Betracht gezogen,welche der jedenfalls Vielgereiste von jetzt vielleicht längst unter-gegangenen Kunstschöpfungen in sich aufnahm.

Wir haben bei der Beschreibung des Lünettenbildes der Gallus-pforte, welches die Stiftung des Bauwerkes darstellt, die Ueber-zeugung ausgesprochen, dass in dem Stifter ein Geistlicher zu er-blicken sei, und die kirchliche Kleidung der kleinen Figur analysiert.Das Nächstliegende ist es nun natürlich, in dieser einen BaslerBischof zu vermuten, wie denn diese Kirchenfürsten überall undvielfach auch in Basel Stiftungen an die ihnen unterstellten Kirchenz. B. in Gestalt von Kapellen oder Altären machten. 1 2 Welchanderer Geistlicher sollte sich auch zu einer so prunkhaften undkostspieligen Widmung an das bischöfliche Gotteshaus verstiegenhaben? Suchen wir zu bestimmen, welcher der Bischöfe des XII.Jahrhunderts der Spender gewesen sein kann.

In der Baugeschichte des Basler Münsters ist der Nachweisgeliefert worden, dass das Portal ziemlich willkürlich in eine zudiesem Zwecke ausgebrochene Mauerlücke eingefügt worden ist. 1Seine selbständige Entstehung bestätigt auch der von den andernromanischen Teilen des Münsters abweichende Stil. Die Annahme,dass die Pforte gleichzeitig mit einem Kirchenneubau, der demBrande vom Jahre 1185 3 folgte, errichtet sei, 4 gerät dadurchins Schwanken. Auch fand im Jahre 1258 ein zweiter Münster-brand statt, der geschichtlichen Notiz nach wohl ebenso gross wieder erste. 5 Da das Portal dieser Feuersbrunst stand hielt, denn

1 Vergl. Baugeschichte des Basler Münsters, p. 98 ff., woselbst dieälteren Quellen hierüber angegeben sind.

2 Von K. Stehlin, Baug. d. Bas. Mst. p. 32 .

3 Anno domini incarnationis 11 85 VIII Kal. Novembr. Basilien-sis ecclesia incendio conflagravit. Annales Alamannici (bei Pertz Mon.Script. I, 56 ). Zuerst mitgeteilt bei Fechterim Basler Taschenbuch von1 85 1, p. 271. Vergl. Beiträge zur Geschichte des Basl. Münst. III, dasMünster vor und nach dem Erdbeben, von E. La Roche, K. StehlinBaug. d. Bas. M. p. 6. Vautrey, Histoire des eveques de Bäle I, 180!

4 Rahn, a. a. O. I, 264.

5 Combustum est monasterium Basiliense et magna pars civitatisin vigilia Sancti Martini (bei Pertz XVII, 189!.).