Erklärung einiger Erscheinungen und Versuche.
Ein Körper fällt durch sein eignes Gewicht nicht um,wenn seine Drrectionslinie (die Verticalltnie durch seinenSchwerpunkt) genau durch den unterstützten Ort geht, oderwenn der Schwerpunkt lokhrechk über dem unterstütztenGrunde steht. Auf diesem Satze beruht der feste Scan)der Menschen, Thiere und leblosen Körper. Jeder Kör-per steht auf einer großen Grundfläche sicherer, als auf einerkleinern, z. B. der Mensch aus beyden Füßen, deren Stel-lung ein Trapezium bildet, fester, als auf einem; auchfester mit gerade vorwärts gekehrten, als mit auswärtsgestellten Füßen, die ein schmäleres Trapezium bilden, überdessen Grenzen eine kleine Bewegung den Schwerpunkt desKörpers leicht hinausrückt. Die vicrfüßigen Thiere stehenauf einer großem Grundfläche, mithin fester, als derMensch. Beym Gehen giebt es Augenblicke, wo derSchwerpunkt nicht unterstützt ist, und der Körper fallenwürde; da aber zum Falle Zeit gehört, so wird währendderselben der fortschreitende Fuß wieder lokhrecht unrer denSchwerpunkt gebracht. Gehen, Laufen und Springensind also ein immer erneuertes und wieder unkerbrochnesFallen: eben so der Schritt, Trott und Galopp der Pferde.
Wenn man Lasten trägt, so fällt der gemeinschaftlicheSchwerpunkt des Körpers und der fast weiter vom Körperab, nach der Gegend zu, wo sich die Last befindet. Da-her beugt und streckt der Träger den Oberleib oder andereTheile des Körpers nach der entgegengesetzten Seite, umden Schwerpunkt wieder an feinen gewöhnlichen Ort zurückzu bringen. Er beugt sich vorwärts, wenn er die Last aufdem Rücken trägt, rückwärts, wenn er sie vor sich hat;er streckt den rechten Arm aus, wenn die Last am linkenhangt, u. s. w.
Bringt man den Körper in Stellungen, bey welchendie Directionslinie ausserhalb des unterstützten Grundesfallt, so verändert man zugleich die Steilung der Füße so,daß sie einen neuen Grund bilden, der nun den Schwer-punkt unterstützt. So setzt man den einen Fuß vorwärts,