Druckschrift 
3 (1790) Von Liq bis Sed
Entstehung
Seite
626
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Priestley nahm'dieses Blasen für einen LUftstbotn Sn, s.Spitzen, der der Erfahruna gemäß aus allen elektrisirteNSpitzen gehe, und dessen Richtung über das Ausströmenoder Eindringen der elektrischen Materie nichts entscheide.Aus diesem Luftstrome würde sich die Beweguug des Kreu-zes leicht erklären, weil die äussere Luft der von der Spitzeabströmenden widersteht, und' sie zufammendrückt, so daßsie durch ihre Elasticität den leicht beweglichen Drath zu-rücktreibk.

Neuere Franklinisten, Z. B. Cavallo, lassen den Luft-strom weg, und erklären die Bewegung weit besser aus demAbstößen zwischen den Spitzen und der äussetn Luft, welcheletztere in allen Fallen eine gleichartige Elektricität mit denSpitzen selbst erhält (weil Spitzen so leicht mittheilen). Sieberufen sich darauf, daß das Rad im luftleeren Raume nichtlaufe, ja sogar unter einer luftvollcn Glocke bald still stehe,weil die unter ihr enthaltene Luft gar bald durchgehendsgleichförmig elektrisirt werde.

Hieher gehört noch folgender Versuch. Wenn dasRad unter der Glocke still steht, und man den Finger, ei-ner Spitze gegen über, an die äussere Seite des Glases legt,so fängt es wieder an zu laufen. Gesetzt, das Rad habeL, so kan die äussere Seite des Glases durch den Fingeretwas -i- L abgeben, wodurch auf der innern Seite eben so-viel - L frey und die Luft oder die Spitze st- L angezogenwird, bis dieses freye L wieder gebunden ist. Dadurchwird also diese Stelle des Glases geladen, und man kan dengrösten Theil des Glases so laden, wenn man den Fingernach und nach um dasselbe herumführt. Cavallo sagk, auchdieser Versuch gehe nur im luftvollen Raume von statten:es ist aber jetzt ausser allem Zweifel, daß er eben so wohlim luftleeren Raume gelinge. Also muß die Luft ganzaus den Erklärungen wsgbleibcn.

Daher erklärt sich alles leichter durch Voraussetzungzwoer elektrischen Materien. Nach dieser Hypothese strö-men sowohl positive, als negative Spitzen wirklich aus;und die ganze Schwierigkeit verschwindet. Man kan nundie Bewegung des Rads entweder aus dem elektrischen Zu-