die Wasserfläche KO nicht ruhig, daher die anliegende Luftin die hohem Stellen eindringen und das Wasser zertrennenkan, Sie steigt alsdann in Blasen nach A auf; das istebensoviel, als ob A nicht mehr verschloßen wäre, und soläuft in diesem 'Halle das Wasser gar bald aus dem Gefäße.Legt man aber vor die Oefnung KL ein Blatt Papier, durchdessen Anhängen das Schwanken und die Trennung derWasserfläche vermieden wird, so kan man Wasser in einemumgekehrten ofnen Trinkglase kragen. Ein G ich saß, wieAKL gestaltet, wo der Boden KL mit lauter kleinen Löcherndurchstochen ist, in denen sich Luft und Wasser nicht aus-weichen können, (cleplchärs, ^riliot. kb^üc. lV. 6.) hält dasWasser, wenn man A mit dem Finger verschlie r, undgießt,wenn man es öfnet. So läuft nichts aus dem Hahne einesFaßes, so lang das Spundloch verschloßen ist. Man s.auch die Art. Scecloheder, Zauber b-. Minen, Zau-bertricchrsr. Dies alles beweißt, daß sich die Luft an derErdfläche auszubreiten strebe, und also schon im Zustandeeiner Zusammendrückung sey.
Die Ursache nun, welche die Luft um uns her zusam-mendrückt, kan keine andre seyn, als das Gewicht derüber ihr liegenden Luft. Es ist nichts weiter vorhan-den, was die untere Luft drücken könnte, als diese obere.So erkennen wir, daß die Luft, wie alle bekannte Mate-rien, ein Gewicht habe, oder schwer sey. Dies ist auchschon daraus klar, weil die Luft durch ihre Elasticität sichin die freyen Räume des Himmels verbreiten und den Erd-ball ganz verlassen würde, wenn sie nicht durch die Schwerean demselben zurückgehalten würde.
Diese Eigenschaften der Luft sind erst seit der Mitte desvorigen Jahrhunderts vollständig bekannt geworden, s. Ba-rometer. Galilei und Torricelli gaben hiezu die erstenVeranlassungen, Descarres und Pascal stürzten das ari-stotelische System und gaben die richtigen Erklärungen derPhänomene an; Otto von Guericke erfand die Luftpum-pe, durch deren Hülfe diese Lehren noch mehr bestätigt, undvon Boyle und Mariorre erweitert wurden, bis ihnenendlich Wolf die Form einer eignen Wissenschaft gab, wel-