Veltliner-Thal.
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unwissenden Volke italienischen Stammes bewohnt, wel-ches durch Priester-, Adel-, Advokaten- und hungri-ger Landvögte Herrschaft seit Jahrhunderten in den tief-sten Grad des bürgerlichen Elends gestürzt worden ist.Bis gegen Ende des XVIII. Jahrhunderts wurden hier,der nichtigsten Kleinigkeiten wegen, Mordthaten inMenge begangen. Im J. 1786. betrug die Volksmengeim Thal 66766 M. Die Sterblichkeit ist grofs, besondersunter Kindern ; faule und hitzige Fieber raffen die Er-wachsenen sehr weg. Der Volksstamm ist nicht schön,Besonders sind die Weiber von der Last schwerer Ar-beit verunstaltet. Kröpfige und Kretins sind häufig,besonders in Talamona. Bis 1797. waren 700 Geistlicheira Thal. — Würde dieses gesegnete Land ( von einemfleifsigen und Ordnung liebenden Volke bewohnt, sokönnten manche örtliche Ursachen gefährlicher Fiebergehoben werden, und dann müfste die Bevölkerungwenigstens noch einmal so stark seyn , als sie bis jetztwar. — Die Männer wandern, besonders als Pasteten-becker, in der Welt umher. — Der rothe und schwarzeBär sind im Veltlin, und vorzüglich im Masiner-und Malenker - Thal, einheimisch (s. Morbegno , Son-drio und Tirana ).
Geschichte. Das Veltliner-Thal wurde von denaus Oberitalien fliehenden Hetruskern, als die Gallierunter Bellovesus, 620 J. vor Christi Geb. über die
Alpen einbrachen (s. Alpen und Craubündten ), be-völkert, und erhielt seinen Namen von dem ehmaligenHauptort Tejl, Tejlio, Von hier verbreiteten sich die