4 öo Valorsine - Thal.
sonders zu Finiol, — Der Winter dauert sehr lange:erst im Juni schmilzt der Schnee. Die ganze Bevölke-rung des Thals beträgt nicht mehr als 5G0 Seelen. ImSommer arbeiten die meisten Einwohner im PVallisoder in der Tarentaise. In Valorsine steht das einzigeWirthshaus neben der Kirche, wo man die befste Auf-nahme, aber nichts weiter als Milch, Reis, Wein undeine Art Kuchen findet. — Die Lauinen siud hierfürchterlich; sie stürzen bis zur Kirche herab, weswe-gen maar eine hohe Schutzmauer aufgeführt hat. Hierliegt die Grenzwache der französ. Mauth - und Zoll-knechte, wo der Reisende durchsucht wird.
Wege. Von Valorsiue nach Chamouny 4 St. (s.diesen Artikel). Ins Unter - Wallis nach Martinack5 St. Vom Dorfe Valorsine steil hinab am Fufse du grosPerron nach dem wilden Berard , durch eine roman-tische Bergenge in der Nähe des bei Oiseau , über eineBrücke ans rechte Ufer des Berard , über eine Felsen-treppe , durch einen gräfslicben Pafs und eine Grenz-pforte des Valorsine-Thals und Savoyens , wo manPf r allis betritt. 'Eine Viertelstunde weiter geht es beyder vorhin erwähnten Mühle vorbey , und dann auf denTete noire , wo die Stralse steil, im höchsten Graderauh und beschwerlich, doch ohne alle Gefahr ist, ob-gleich bisweilen tiefe Abgründe zur Seite gähnen*).
*) Als der französische General Montesquieu im J. 1732.in Savoyen einrückte, flohen einige hundert vornehmefranzösische Flüchtlinge über diesen entsetzlichen Wegnach Wallis; Gräfinnen, Marquisinucn, die ihre Kinder