Tessin. 331
Vaterlandes*^ (welches sowohl den Bürger zu unter-stützen, mancherley Naturübel seines Landes zu bezwin-gen und die daiaus fliefsenden Quellen der Verarmungzu verstopfen , als auch durch öffentliche Anstalten dieEntwickelung seiner Kinder der menschlichen Bestim-mung gemäfs zu befördern sucht), auf der Kulturleiterdes Erwerbs, des Kunstfleifses und der Moralität sosehr gesunken, dafs es hierin den übrigen Völkern derSchweitz, welche auch sonst in keiner Rücksicht vonder Natur so begünstigt sind, nachstehen mufs. Viel-leicht blühet jetzt diesem Volke nach Vereinigung allerbisher abgesonderten Landschaften in einen einzigenKanton ein Vaterland auf, in welchem allen Men-schenfreunden und edeln Bürgern die schönste Bahn zueiner wohlthätigen Wirksamkeit zum Befsten ihrer Mit-bürger geöffnet ist. Schon läfst die Kantonal - Regie-rung seit einigen Jahren eine grofse Landstrafse vonLugano über den Mont Cenere durch die Bezirke Bel-linzona, Riviera und Livinen bis nach Airolo, am süd-lichen Fufs des Gotthards, bauen. Der Papisrn herrschte
studirten in Italien, erstere bisweilen auch in Freyburgim Breisgau. Für das weibliche Geschlecht gab es keineSchulen als einige Nonnenkloster, und diese nur für dieTöchter der r^hern Klassen in den Städten.
m * ) Die XII, souverainen Kantone der Schweitz liefseu dieLandschaften dieses Kantons bevogten, zogen aus densel-ben keine Einkünfte, bekümmerten sich aber auch garnicht um das Wohl oder W'ehe dieser Völker, derenalthergebrachte Freyheiten unverletzt blieben, und eineHauptursache waren, dafs keine neuen Einrichtungen undAnstalten getroffen und gegründet werden konnten.