Kornhaus, im J. 1767 . erbauet *). Alle Donnerstageist hier Wochenmarkt, an dem es an Fahrzeugen imHafen, und an Fährleuten und Käufern in dem Städt-chen wimmelt. Gewöhnlich gehen jeden Wochenmarkt-tag hundert vierspännige Getreidewagen, und im Herbstebisweilen einige Hundert solcher Wagen von Roschachab. — Auch sind hier Leinwandbleichen und Drucke-reyen, Mousselinfabriken und thätiger Handel mit die-sen Kunst-Erzeugnissen. Auch ist hier ein katholisch-theologisches Seminarium.
Geschichte. Die Abtey St. Gallen erkaufte Ro-schach im J. 1 419* von den Freyherren von Roschachfür 2700 Gulden. — Das Kloster Marienberg stehtan demselben Ort, wo der St. Gallische Abt, UlrichVlll. **), aus Hafs gegen die Stadt St. Gallen , eineneue Abtey erbaute, welche, als sie beynahe vollendetwar, im J. 1489- von den aufgebrachten Bürgern St.
*) Schon in der Mitte des X. Jahrhunderts war hier eineNiederlage deutscher und italienischer "Waaren und eiaMarkt.
*'J Ulrich Koesch, eines Beckers Sohn aus Wangen im All-gau, Mönch von St. Gallen, von prächtiger Gestalt, ein-nehmend, voll Herrschaft über sich und Herrscherkraftüber andere, unermüdlich thätig, stellte sich an dieSpitze des ganzen Konvents gegen den Abt Kaspar vonLandenberg in Zeiten der gröfsten Verwirrung und dem.nahen Untergange der Abtey, wurde zum Pfleger undnachher zum Abt ernannt, in welchen Aemtern er 35Jahre regierte, die Abtey rettete, ihren Besitz nicht blofswieder befestigte, sondern das Gebiet mit Toggenburgund andern Xheilen vergrüfserte.