io6 Rheinwald -Thai..
Führt durch den Felsenrifs, die Rofßen genannt, vondem Schamser -Thale her. Oestlich zeigt sich der*Sa-retta , südöstlich der Splügen und Tambo , südlichder Kucurnill oder Carnella (das Wetterglas der Ein-wohner von Nujenen), das Millug - Horn, Schwarze-Horn und Bernhardin ; südwestlich ein 2 St. langerFelsenkanim , das Muschel - Horn , auch Avicula oderMonte del Ucrello genannt; westlich das Zaport - undLenta- Horn und Piz pal Rhein*) (s. Lugnetz-Thal);nördlich das Fallen-Felli-\\ orn, Valser- Berg (Cito ntdi Fa s , der Ca'endari und Cuve’Cnl. Die höchs enFelsen, wie z. ß. Piz Fal H lein , Muschel— Horn unddessen Nachbarn, sind 10280 F. übers Meer.
Merkwürdigkeiten. Ungeheure Gletscher lastenauf diesen Gebirgen. Das Thal ist fürchterlichen Laui-nen ausgesetzt. Neun Monate dauert der Winter; zuEnde Juny schiefst das Gras, und Ende August mufsalles Heu gesammelt seyn. — Dieses Thal ist vonDeutschen bewohnt, welche von der schwäbischenKolonie abstammen, die Kaiser Friedrich /. gegenEnde des XII. Jahrhunderts hieher setzte, um desPasses über den Splügen stets sicher zu seyn**). Inder deutschen Mundart der Bewohner des Rheinryald-Thals findet man viele Worte und Redensarten der
*) Der Piz Val Rhein hatte keinen Namen , ehe ihn derIlr. Kapitular Placidus a Specha bestiegen hatte; er wirdoft mit dem Zaport- und Lenta-Horn verwechselt.
**) Daraus mufs man aber nicht folgern, dafs dieses Thalvorher unhcw'ohnt gewesen sey. Die meisten Namen der