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4 : Vollständiger Unterricht über alle Naturschönheiten, geographische, physische, botanische und historische Merkwürdigkeiten ... ; Abschn. 3 (1810) P - Z
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Pilatus.

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steigt wieder eine starke Tanne empor ; so dafs dasGanze einen äufserst sonderbaren Anblick gewährt. Bisan Bründien - Alp ist der Pilatus Winter und Sommerbewohnt. Dieses Hirtenvölkchen lebt äufserst einfach,erreicht ein hohes Alter, dünkt sich über die Thalbe-wohner sehr erhaben, bedient sich ganz eigentümli-cher Ausdrücke in seiner Sprache , und liebt Ring-kämpfe sehr.

Auf der Brün dien - Alp liegt zwischen Tannen einkleiner See, 154 F. lang, 78 F. breit; die Tiefe istnoch nicht ergründet. Uebcr diese Pfütze sammeln undentstehen sehr leicht Gewitter; es steigen nämlich kleineNebel ans derselben auf, und ziehen gegen die nahenPilatus - Hörner hinan. Steigt die Nebelsäüle über denGipfel hinaus, so verzieht sie sich; gewöhnlich aberbleibt sie an den Felsenköpfen hängen, dehnt sich aus,wird immer gröfser, endlich zur schwarzen Gewitter-wolke, senkt sich herab und entladet sich mit fürch-terlichem Donner. Diese häufige Naturerscheinungsetzte die Gemüthcr der F.inwohner des Pilatus undLuzerns in dem barbarischen Mittelalter in Furcht undSchrecken. Der kleine See hiefs im XII. Jahrhundertdie höllische Pfütze , in welcher der unselige Pilatus *)wohne, und Bergmännchen, Gespenster und Drachenhausten; sobald man sich der Pfütze nähere, hiefs es,

*) Das Volk glaubte nämlich, Pontius Pilatus sey au» Ver-zweigung, Christum zum Kreulze vcrurtheilt zu haben,auf diesen Berg geflüchtet und habe sich in den Seegestürzt.