Druckschrift 
4 : Vollständiger Unterricht über alle Naturschönheiten, geographische, physische, botanische und historische Merkwürdigkeiten ... ; Abschn. 3 (1810) P - Z
Entstehung
Seite
16
Einzelbild herunterladen
 

i

16 Pfeffers-Bad,

doch ist die Wirksamkeit dieses Wassers zur Heilungeiner Menge verschiedenauiger langwieriger Krankhei-ten, durch die Erfahrung mehrerer Jahrhunderte aufserZweifel gesetzt, und geniefst deswegen in und aufserder Schweitz einen ausgebreiteten Ruf. Die Kurder Kranken besteht im Trinken oder Baden, oderbeydes verbunden. Die Trinkstube ist nicht angenehm;sie liegt tief, und ist nicht sehr hell. Der Badergiebt es nur sechse ; jedes bildet ein gemauertes undgewölbtes Zimmer mit lest vernagelten Fenstern, sodafs der aufsteigende Dunst von dem stets zuströmen-den Heilwasser sehr stark wird, welches für manchezarte Personen im höchsten Grad erhitzend und schäd-lich ist, wenn gleich das Bad selbst ihnen sehr wolil-thätig seyn würde. Man badet einzeln und gemein-schaftlich; aber in letzterm Fall doch nicht vermischt,wie in den Bädern zu LeuJs. Die Kranken gehenVor - und Nachmittags ins Bad, und bleiben 2-7-10St. darin, wenn Erregung eines Hautausschlags derZweck ist. Alle Sonnabende strömen grofse Haufenvon Landleuten aus allen umliegenden Gegenden, be-sonders Graubiindtens herbey, welche bis Montag frühin den Bädern schwitzen und schröpfen. Die Badezeitbeginnt in der Mitte Juni, und hört mit Ende Augustauf. Die Abtey Pfeifers, welcher dieses Bad gehört,hält hier für die ganze Kurzeit einen Arzt und Chi-rurgen , und läfst die ganze Wirtschaft durch einenAmtmann besorgen *).

*) W tirden die W ege besser und bequemer gemacht, wel-

//