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Johann Heinrich Lamberts ... Pyrometrie oder vom Maaße des Feuers und der Wärme
Entstehung
Seite
293
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Warme menschlicher und thierischer Körper. 29z

diese Vorstellungsart umkehrt. Die Wärme entsteht nicht aus nichts. Wemrnicht schon Feuertheilcheu da sind, die durch das Reiben zusammengedrückt undwirkstimer geinacht werden, (§.; I 4 -) so wird das Reiben selbst wenig ausrichten.Aus Luft und Nahrung muß der Abgang der Warme ersetzt werden, und dazu istdie Aenderung der Cohäsionskräfce schon hinreichend» ^

§- 545 .

Der Erfolg oder die unmittelbare Erfahrung gibt nun überhaupt an, daßdie Wärme des menschlichen Leibes, zumal in den innen, Theilen von einen, ziem-lich bestimmten Grade ist. Dieser Grad ist ungefähr der 96. oder 98ste Fahren-herrsche, und demnach immer größer als die Wärme der äußern Luft, weil selbstin den wärmsten Ländern die Luft selten diesen Grad der Wärme erreicht. DerErfolg hievon ist nun nothwendig,daß der menschliche Leib beständig erkältet, unddaher, wenn er erstbeineldten Grad der Wärme behalten soll, eines beständigenZuflusses von innerer Wanne bedarf, und diese muß also, mittelst der Luft undder Nahrung erzeugt werden.

§. 546.

Wenn man nun hieben nur aus den Unterschied der Warme des LeibeStmd der äußern Luft Rücksicht nimmt, so scheint es, daß der Leib des Wintersmehr Wärme verlieren, und demnach mehr neue Wärme erzeugt werden müsse,als im Sommer. Dieser Schluß ist auch einigermaaßen, jedoch mit behörigerEinschränkung, richtig. Im Sommer muß man überhaupt mehr lrinkenj, daman hingegen im Winter mehr isset. Es sind nun aber auch im Sommer alleGänge, und besonders die Sch'-veißlöchchen, mehr offen, die Feuchtigkeiten ge-hen häufiger Lurch, die Ausdünstung derselben geht oft bis zum förmlichenSchwitzen, und damit geht zugleich auch sehr viele Wärnie weg. Das oben(§. 281) angeführte Beyspiel des beym Auftröcknen kälter werdenden Thermome-ters, findet hier seine Anwendung, weil das Auftröcknen, mittelst des Ausdün-stens, erfolgte.

§. 547 *

Hierüber hat O> John Lmiiigs, ein Arzt Zu Charlestown, in Südca-rolina , sehr umständliche Versuche angestellt. Er wog Jahr und Tage Speiseund Trank, nebst dem wieder abgehenden sorgfältig ab, und beobachtete zugleichauch d,e Wärme der äußern Luft nach dem Fahueiiheitschen Thermometer. Ausden beobachteten nahm er für jeden Monat das wahre Mittel , indem er die Sum-me durch die Amahl der Beobachtungen theilte, und alles auf Stunden reducirle.Den Erfolg stellt folgende Tafel vor:

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