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Johann Heinrich Lamberts ... Pyrometrie oder vom Maaße des Feuers und der Wärme
Entstehung
Seite
156
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i z6 Erwarmung am Feuer und an der Sonne.

weis schon längst, daß, wenn auf die Kugel eines Thermometers Wasser gegossenwird, das gleiche Warme mit der Inst har, das Thermometer fällt. Den 24stenJunii 1772 stellte ich ein Thermometer in Wasser, welches mit der Luft gleicheWärme hatte. Als ich es heraus zog, ohne die Kugel abzutröcknen, fiel es von19,8 Gr. auf i Z. Ich goß einige Tropfen Wasser auf die Kugel, und derWeingeist fiel bis auf den i6^ Grad, aber nicht weiter. Es erhellet hieraus,daß bey dem Auftröcknen nicht nur Wasser, sondern auch Wärme wegfährl, undzwar mehr Wärme als das auftröcknende Wasser an sich schon hatte. Als ich den24sten Jun. das den i zten übernmchte mit Zinnober bestriche, wodurst) es wie-der feucht wurde, fiel der Weingeist vom i9teu auf den i -ten Grad, und stiegdann so langsam wieder, daß es erst nach 6 Stunden die Wärme der Luft erreichte.An eben dem Tage hatte ich ein ander Weingeistlhermometer übertüncht. Als esNachmittags um 4Uhr trocken war, tauchte ichs 20 Sekunden lang in Wasser.Während dieser kurzen Zeit fiel es von 2v^ Gr. auf 20 Gr. Als ich es heraus-gezogen, fiel es in Zeit von 12 Minuten auf 15,2 Grad, da es wieder anfiengsehr langsam zu steigen. Man kann hieraus schließen, daß feuchte Mauern käl-ter sind, als trockene. Da der Kalk die Feuchtigkeit leicht annimmt, so magdieses ein Grund seyn, der das übertünchte Thermometer verhinderte mehr zu stei-gen als es gestiegen ist. Ich habe in der Phokometrie durch Versuche bestimmt,daß das weiseste Bleyweis nur S von den auffallenden Sonncnstralen refleclirt,folglich hineindringen. Wenn demnach in das überschwärzte Thermometer alleauffallende Sonnenstralen eingedrungen wären, so müßte, da es 14,4 Grad ge-stiegen , das übertünchte 14,4 8,6 Grade gestiegen seyn. Es stieg abernur Grad, demnach über die Hälfte weniger. Es kann nun auch seyn, daß,da der Kalk mehr Zwischenräumchen hat, die Wärme wiederum leichter darausweggehr. Dadurch wird die Erkälrungs - Subtangenre kürzer, und Las iVlaxi-mum der Wärme geringer.

§. 282.

Da bey einerlei) Thermometer dis Erkältungs-Snbtangente 7 in der Lnftsich nur in Absicht auf ihre Feuchtigkeit und Dichtigkeit, und damit überhaupt be-trachtet, wenig ändert, so richtet sich das IVlJximnm der Wärme an der Sonnen 7, fürnemlich nach der Dichtigkeit der auffallenden Sonnenstralen. DieserUmstand gab mir längst schon Anlaß zu verschiedenen Versuchen. Den 2 i sten Jul.* 755 « legte ich ein Thermometer an die Sonne, und beobachtete mehrere Minu-ten lang, wie es stieg. Als ich es wieder in Wasser erkältet und getröcknet hatte,legte ich es hinter ein Spiegelglas, durch welches die Sonne senkrecht schien.Nachgehends eben so hinter zwey Gläser, und dann hinter drey Gläser. Dieseswar, um zu sehen, wie viele Sonnenstralen durch die Gläser würden aufgesangen