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Johann Heinrich Lamberts ... Pyrometrie oder vom Maaße des Feuers und der Wärme
Entstehung
Seite
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Von andern bisher gebrauchten Wemgeisithermometern. 97

§» i6g»

Es bleibk also kaum etwa« mehr, als die Beobachtungen selbst. Und daist die Frage: wiefern man aus den täglich beobachteten Graden eines Thermome-ters di- Stuffenleiter desselben kenntlich mache und mit bekannten Thermometer»vergleichen könne. Dieses ist nun schwerer oder leichter, je nach dem Umständeangegeben sind. Ich setze demnach, daß der Ort der Beobachtung bekannt sey,weil nicht alle Länder gleichen Wechsel von Wärme und Kälte haben. Sodannsieht man, ob der Beobachter die Lage seines Thermometers angegeben, nemlich,es vor dem Fenster oder in einem offenen Gange, oder geschlossenen, Zimmer, ge-gen Mittag oder Mitternacht gestanden, ob die Gegend um das Haus herum sre,oder mit Häusern angcbauet ist. Ferner, ob Morgens, Mittags oder Abendsbeobachtet worden, ober ob die Tagesstunden dazu nicht regulär angesetzt waren.

K. 169.

Man sieht ohne Mühe, daß man aus solchen Umständen, auch wenn siealle bekannt sind, keine sehr große Genauigkeit erwarten kann. Es wird diesesaber auch nicht immer erfordert. Man fängt demnach an, die Grade der größtenWärme auszusuchen. Diese erstrecken sich in unfern Gegenden vom rosten biszum absten Neammtt scheu Grad. Wenn man demnach ohnehin oder aus andernBeobachtungen weis, ob der Sommer kalt oder mäßig oder sehr heiß gewesen,so kann man zwischen diesen 6 Reaurnurschen Graden so ziemlich eine Wahl tref-fen. Wenn die Wärme einmal in die Mauern und Wände eingedrungen, so machtdie Lage des Zimmers keinen merklichen Unterschied mehr, es wäre denn, daß esdem Tageslicht verschlossen bliebe, wie es geschieht, wenn man ein Zimmer kühlerhalte» will.

§. 170.

In Ansehung der Winterkälte giebt es mehr Schwierigkeit, weil sie voneinem Jahr zun, andern viel stärker abwechselt. In hiesigen Gegenden sind dieGrenzen zwischen 6 und 18 Realunurschen Graden unter dem Frierxmnct- Inbergigken Gegenden sind sie tiefer. Wenn nun aber das Thermometer in freyerLuft gehangen, und der Beobachter hat angezeigt, an welchen Tagen es angcfan-gen hat zu frieren oder aufzuthauen, so wird man auf seinem Thermometer denFrierpunct wenig oder gar nicht verfehlen, wenn man aus allen an solchen Tagenbeobachteten Graden das Mittel nimmt. Auch werde« diese Grade selbst untersich wenig verschieden seyn. Hingegen sind sie es mehr, wenn das Thermometernicht an der freyen Luft, sondern in Zimmern beobachtet wird, die nicht geheiztwerden, und wo die äußere Lnst keinen freyen Zugang hat. Wenn man in sol-chen Zimmer Wasser hat, und findet es gefroren, wie eS nach einer langen und