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Johann Heinrich Lamberts ... Pyrometrie oder vom Maaße des Feuers und der Wärme
Entstehung
Seite
55
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Vorläufige Betrachtungen. 5 5

§. roi»

Nur, war man schon gewöhnt zu »«heilen, daß z. E. verschiedene Ma-terien einerlcy Grad der Wärme haben, wenn ein und eben das Thermo-mecer in demselben einerlcy Grad der Ausdehnung anzeigr. Bey diesemUrtheike konnte man aber durch Grad der Wärme nichts anders als Rraft denWärme verstehen, und zwar diejenige Kraft, welche in wärmern Körpern i- . .größer, in käkcern Körpern geringer ist, und welche eben daher machet, daßdie Wärme sich aus jenen in diese hinüber zieht, bis ein völliges Gleich- ^gewicht statt har, das will sagen, bis die Rör per gleich warm sind. Es istnun aber das Maaß dieser Rraft in der Luft durch den Amontonschen Lehrsatz(§. 49.) sehr gut und richtig bestimmt, und so hatte man wirklich schon, was manerst noch suchen wollte, nemlich das wahre Maaß von den Graden deeWärme.

§. 102 .

Ich habe aber vorhin (§. i oo.) außer der Rraft der Feuertheilchen nochihrer Menge und Dichtigkeit Erwähnung gethan, und selbst auch im vorherge-henden Hauptstücke mich auf den Begriff der Rraft der Wärme in gleich dich-ter Luft eingeschränkt (§. 53.) weil in der Thar der Amonronsche Sah unmit-telbar nur von dieser Kraft das wahre Maaß angiebr. Da sich demnach dieRraft der Wärme selbst in der Luft nach ihrer Dichtigkeit richtet, so daß einer-ley Wärme in dichterer Luft mehr Rraft har als in dünnerer; so ist keinZweifel, daß nicht auch in andern Rörpern einerlcy Wärme ganz verschie-dene Rräfte haben werde. Man sieht aber ohne Mühe, daß diese Verschie,denheir von den Körpern selbst herrührt, und daß sie ohne Nachtheik des vorhin(§. roi.) erwähnten Gleichgewichtes statt haben kann« Die Rraft der "Wärme in den Rörpern selbst kann von der Rraft, die sie gegen die umlie-genden und berührenden Rörpern äußert, sehr verschieden seyn. Es fordertaber eben dieses Gleichgewicht, daß beyde auf eine proportionale Art zu und ab;nehmen, wenn sie sich verändern.

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