Druckschrift 
2,1 (1823)
Entstehung
Seite
318
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unabhängig machen will, eo dal* er die letztere nur als einenMuskelreiz betrachtet.

Anm. 3. Soemmerring hat in J. Bern. Jac. Beh-ren ds Diss. (qua demonstratur, cor nervis carere. Mogunt.1792. recus. in Ludwig, script. neurol. min. T. 3- p- 1 23-)hauptsächlich da9 Eigenthümliche der Nervenvertheilung amHerzen hervorgehoben, und da man damals das Herz gegen denGalvanismus unempfindlich glaubte, so war es leicht, dasselbeals gänzlich unempfindlich anzunehmen. Scarpas schöne Ab-bildungen von den Herznerven (Tabulae neurologicae. Ticini1795- fol.) stellen auf der siebenten Tafel das Herz des Pferdesund des Kalbes mit mehr Nervenzweigen versehen vor, als dasmenschliche auf der sechsten Tafel; allein auch dort ist dasEigenthümliche der Nervenvertheilung gegen andere Muskelnnicht zu verkennen. Dafs, wie Soemmerring einmalmündlich gegen mich äufserte, in Scarpas Abbildungen aucheinsaugende Gefäfse für Nerven genommen sind, bezweifle ich,wenigstens bei dem Pferdeherzen; hinsichtlich Lucaes Figuraber (Quaedam obss. anat. Tab. 2-), die schlecht und mit Ner-tren überladen ist, mag wohl so etwas stattfinden.

Harvey (De generatione animalium in Opp. ed. L. B.1737. 4- P. % p. 2080 fand bei dem neunzehnjährigen GrafenMontgomery, der früher eine grofse Brustverletzung erlittet}hatte, das Herz in der Brusthöle so frei liegen, dafs man esmit der Hand anfassen konnte, und da der Graf keine Empfin-dung davon hatte, es selbst nicht wufste, wenn man dasselbeberührte, so sah Harvey dies als einen Beweis für die Un-empfindlichkeit des Herzens an, ohne daran zu denken, dafs erSelbst von einer caro fungosa (einer Bildung plastischer Lymphe)redete, die dasselbe bedeckte, und die natürlich nicht empfind-lich seyn konnte.

Anm. 4- Was einige Neuere den Muskelsinn, oderBewegungssinn, genannt haben, wie z. B. Gruithuisen(Anthropologie S. 230 236- S. 361 364-) und Lenhossek(Med. Jahrbücher des östreicb. Staates, B. V. St. 1. S. 97122.