hier nicht der eine Sinn den anderen, noch leisteter etwas Aehnliches, sondern er wird nur durchdie Uebung auf die höchste Stufe seiner Ausbildunggebracht, während ihm der andere Sinn nicht störendin den Weg tritt, und so leistet er viel mehr alsgewöhnlich. So suchen wir oft selbst die Störungzu vermeiden, indem wir z. B. bei dem Anhöreneiner Musik die Augen schliefsen, um, wie es schonim gemeinen Leben bezeichnet wird, ganz Ohrzu seyn.
Dies gilt indessen für den gewöhnlichen Fallauch nur von dem Gehör; denn für die anderenSinne mufs, wenigstens bei unserer mäfsigen Ent-wickelung derselben, das Gesicht nothw endighinzutreten, oder es ist ihnen doch eine grofseHülfe. Bei verbundenen Augen sind wir nicht imStande, scharf zu riechen oder zu schmecken, sodafs Raucher dann nicht wissen, ob ihre Tobacks-pfeife brennt, und Weintrinker die Weinart, welchesie trinken, nicht angeben können.
Der Tastsinn läfst sich aufserordentlich verfei-nern, und unterstützt sehr oft die anderen Sinne,doch verdient er nicht, über sie gesetzt, und alsihr nothwendiger Berichtiger betrachtet zu werden.Er bedarf ihrer Beihülfe eben so gut, als sie derseinigen, da jeder seine bestimmte Sphäre hat.
' Vergl. §. 270.
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Anm. Mit Recht haben die neueren Schriftsteller daraufgedrungen, dafs man nicht das Auffassen der Sinnesreizungendurch die Sinnesorgane als etwas Passives nehmen müsse. Dies