scheint der Tastsinn sich unter den Säugthierenfast ganz zu verlieren und der Geschmack sehr ab-zunehmen, ein Paar derselben sind sogar blind.Sehr viele Vögel ermangeln des Geschmacks völlig,und bei wenigen ist nur ein geringes Analogon desTastorgans. Noch mehr trifft dies die Amphibienund Fische, und bei einigen ist das Gesicht sehrunvollkommen. Bei vielen oder vielleicht allenInsecten im Linneischen Sinn haben wir Ursache,den Geruch und das Gehör anzunehmen; nur we-nige von ihnen sind blind. Dagegen sind nur sehrwenige unter den Linneischen Würmern mit Augenversehen, und auch Yon den anderen Sinnen ver-lieren wir bald bei ihnen die Spuren, so dafs ihnenzuletzt nur das allgemeine Gefühl übrig zu bleibenscheint.
Anm. 1- Da Spallanzani geblendete Fledermäuse den-noch beim Fliegen die vorhandenen Hindernisse mit Sicherheitvermeiden sah, so glaubte er, darin die Spur eines eigenenSinnes zu finden. Allein erstlich ist es bekannt, wie sehr dieGewohnheit an dergleichen oft gemachten Bewegungen Tlieilnimmt, so dafs man sie selbst, ohne daran zu denken, wieder-holt, und z. B. ohne es zu wollen, einen oft gemachten Gang"antritt; zweitens aber empfindet der Körper im Dunkeln (oderbei Blinden) den Luftdruck der Gegenstände sehr stark. Manvergleiche nur Ludw. v. Baczko Ueber mich selbst undmeine Unglücksgefährten, die Blinden. Lpz„ 1807- 8- S. 77• undZeune’s Beiisar. Berlin 1822. 8- S. 17- und 122. So bleibenauch Thiere, z. B. Pferde, aus ähnlichem Gefühl im Dunkelnvor einem Abgrund stehen. Wie viel mehr müssen aber nichtdie ausgespannten dünnen nervenreichen Häute der Fledermäuse