Druckschrift 
2,1 (1823)
Entstehung
Seite
66
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umändert, allein wenn jeder Theil sich zu, demandern polarisch verhält, so fragt es sich ja eben,warum nun grade Polarität zwischen diesen undnicht zwischen andern Theilen statt findet. Indemdie Polarität alles erklären soll, erklärt sie nichts,und wir vergessen am Ende den Geist und däsLeben darüber.

Anm. 1. Der Arzt bedient sich dieser Erfahrungen, umkranke oder schmerzhafte Theile von ihrem Leiden zu befreien,oder ihnen Erleichterung zu verschaffen. Er versucht nämlicheine Ableitung (derivatio) des Schmerzes dadurch zu bewerk-stelligen, dafs er in einem anderen Theile Schmerzen erregt,und ihn dadurch für eine gewisse Zeit zum Krankheitsheerdemacht. So hebt oft ein hinter das Ohr gelegtes Zugpflaster dieSchmerzen in damit engverbundenen, nahen Theilen, z. B. denZähnen; aber auch ohne jene unmittelbare Verbindung kann

dieä geschehen, so heben z. B. nicht selten an die Waden

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gelegte Senfteige den Kopfschmerz u. s. w.

Anm. 2- Man hat sich in manchen Fällen die Sache fastabsichtlich schwer zu machen gesucht. Während man z. B.keine Schwierigkeit darin sah, dafs wir, so wie uns der Licht-glanz zu stark wird, ganz oder theilweise die Augenliederschliefsen, oder die Hand vor das Auge bringen, so fand manes hingegen auffallend, dafs sich die Blendung im Auge demLichtgrade gemäfs verändert, als ob das Gehirn nicht auf sieeben so gut wirken könnte, wie auf jene Theile, sobald es durchden Sehnerven dazu veranlafst wird. Eben so hat man einespecielle Nervenverbindung zwischen den Brüsten und der Ge-bärmutter und den übrigen Geschlechtstheilen gesucht, odervielmehr vermifst, obgleich hier die Association der gleichzeitigenEntwickelung dieser Organe aushilft. Diese Association ist auchdaher zwar im Ganzen allgemein, aber doch nicht nothwendig.Es können sich bei Weibern die Geschlechtstheile allein ent-wickeln , und die Brüste für immer unthätig seyn; so wie

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