wickelt hat, ohne das letztere zu besitzen, so wirddies damit entschuldigt, dafs die Anlage zu jenemTalent sehr grofs, allein nicht entwickelt wordensej, da doch jenes eigentlich nothwendig zur Ent-wickelung führen müfste; eben so, wenn Jemandeinen Schedeltheil nicht entwickelt zeigt, und dochdas von ihm bezeichnete Talent in hohem Gradebesitzt, so heilst die dürftige Entschuldigung: dieAnlage sey sehr gering gewesen, allein durch Kunstsey die Ausbildung so grofs geworden.
Anm. 1. Ich habe manche Hunderte von Gehirnen zuuntersuchen Gelegenheit gehabt, allein wie ich schon im vorigen§. gesagt, nichts gefunden, das für Gall's Theorie pafste. Fastimmer Congestionen; sehr oft einen Ergufs bald von Wasser,bald von plastischer Lymphe, bald von Blut; häufig Entzün-dungen der Häute, höchst selten der Substanz selbst, wenigstenswie ieh die Entzündung darin annehme; Erweichungen von/gröfserem, von geringerem, aber nie von regelmäfsigem Um-fang; sehr oft Erhärtungen (vorzüglich bei scrofulösen Subjecten),unter ihnen einmal eine im ganzen Hirnknoten; zuweilen andereGeschwülste, Blasen ir. s. w.
Ueber angeborne Misbildungen, wobei innere Theile desGehirns verändert vorkamen, werde ich bei den Sinnesorganenreden.’
Vortrefflich hat Treviranus (Biologie VI. 1. S. HO-u. f.)über die Beziehungen des Gehirns und dessen Theile gesprochen,und die Gränzen unseres jetzigen Wissens in diesem Punct fastüberall sehr scharf angegeben.
Anm. 2- Gail hat öfters in der Aufzählung seiner Ge-hirnoigane Veränderungen getroffen; so hatte er ehmals Lebens-sinne, einen Nahrungssinn u. s. w., die in seinem letzten grofsenWerk fehlen; auch ist Spurzheim in vielerlei Annahmen vonGail abgewichen, und es findet sich dazu für Jeden ein leichtes