Druckschrift 
2,1 (1823)
Entstehung
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wir die leiseste Berührung überall auf der Hautempfinden, denn wenn wir nicht grade ein Haut-haar berühren, so können wir einen feinen Körper,z. B. ein Menschenhaar, an viele Stellen der Hautbringen, ohne dafs wir es fühlen, wovon ich michdurch Versuche überzeugt habe. Hier ist die Er-klärung sehr leicht, und wenn kranke oder erregteTheile, z. B. die Zähne, Berührungen an Stellenempfinden, wo selbst keine Nerven sind, so istda die Fortpflanzung ebenfalls nicht schwer zu be-greifen.

Wäre jene Meinung gegründet, so hätten "wirviel zu viel Nerven," selbst wenn jeder Punct em-pfindlich seyn sollte. Wir sollten dann wohl selbstempfinden müssen, wenn man neben einen Nervenin die Feuchtigkeit, in die Luft stäche, oder schnitte,allein das geschieht nie; nur ein chemisch wirkenderReiz, wie Feuer, Electricität, kann in die Ferne aufden Nerven die Kraft äufsern.

Ganz verwerflich aber erscheint die Hypothese,bedenkt man, dafs sie alle Theile des Organismusgleich macht. Kann Fett, kann Serum, könnenBänder, Knochen u. s. w. in der Nähe des Nervenzu Nerven werden, denn das heifst es ja im Grunde,wenn sie wie er empfinden, so hört aller Unter-schied der Organe auf. Aber wahrlich, man brauchtgegen das Ganze nur das Obige anzuführen, dafseine um den Nerven gelegte Schlinge, dafs ein ein-facher Schnitt die Empfindung unter der Stelleaufhebt.

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