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Friedrich des Großen Anschauungen vom Kriege in ihrer Entwickelung von 1745 bis 1756
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Anhang.

1697 aus dem Dienst, vhne Marschall geworden zu sein, was er sehr bitterempfand, und wofür er sich bis zu seinem 1711 erfolgten Tode durch eine ge-hässige Kritik an den Feldherren des Spanischen Erbfolgekrieges rächte, undzwar mit Geist und Verstand, aber in einer Weise scharf und persönlich, dieunliebsam auffiel. Der König nennt Feuguisreses ssvsrs osnssur äss Zsns-ramx äs 8SN tsmxs". Die Memoiren Feuguisres' beschränken sich, im Gegen-satz zu anderen zeitgenössischen Kriegsbüchern, die mit Troja und Epaminoudasanzufangen pflegten, ans eine kritische Besprechung der Kriege Ludwigs XIV.

Santa-Cruz hatte eine sehr rasche Laufbahn im Spanischen Heere ge-macht und war dann Diplomat geworden; hier fand er Muße, viele Fo-lianten über den Krieg zu schreiben und weitere Werke zu entwerfen. Er fielaber, erst 45jährig, bei Oran. Santa-Cruz bringt keine eigenen neuen Gedanken,aber er bietet eine Unzahl militärischer Beispiele und faßt die Gesammtheit deszeitgenössischen Kriegswesens in encyklopädischer Weise zusammen.

Quincy war Französischer General gewesen und hatte im SpanischenErbfolgekriege gejochten. Seine vielfachen persönlichen Beziehungen ermöglichtenihm eine ausführliche Darstellung der Kriege Ludwigs XIV., der er eine kurze,äs 1a Kllsrrs" betitelte Lehrschrift beifügte. Quincys Theorien sindgründlich und mundgerecht entwickelt, sehr praktisch, gehen jedoch über das Her-gebrachte kaum je hinaus.

Ganz anders war es mit Folard. Er war ein Abenteurer, dabei eintapferer und glänzender Soldat, freilich ein schwieriger Untergebener, voll Selbst-gefühl und Ansprüchen, die das Schicksal nicht befriedigt hat. Diese Schlackenin seinem Wesen sind auch in seinen Schriften wiederzuerkenuen, die ihm daherviele Feinde machten. Bedenkt man weiter, daß Folard als Theoretiker durch-aus Verwerfcr des Bestehenden und kühner Neuerer ist, so hat man das Urbildeiner der Naturen vor sich, die trotz glänzender Begabung die stetige Ruhe, dieGeschlossenheit, die zum Handeln im Großen erforderlich ist, nicht besitzen unddaher nur durch die Anregung wirken, die sie Anderen bieten. Von all denerwähnten Männern gilt jedoch dasselbe: alle fassen sie den Krieg ganz imGroßen auf, behandeln sein gesummtes Gebiet, sie liefern durchweg allgemeine,keine Spezialwerke. Gründlichkeit, ein großer Reichthum an praktischer Erfah-rung und wirkliche Einsicht in die Bedingungen der Kriegführung ihrer Zeitsind keinen: von ihnen abzusprechen.

Nr. 2 zu S. 234.

DieRsvsriss ou Alsmoirss SUN p^rt äs In Ausrrs äs Naurios oomts äs8axs", gleich nach dem Tode des Verfassers (1750) in mehreren Auflagen er-schiene», sind mit eines der hervorragendsten Erzeugnisse der Kriegslittcraturaller Zeiten. Schon 1732 hatte der spätere Sieger von Fontenay, Raucouxund Laffeld während einer Krankheit in 13 schlaflosen Nächten dieses merk-würdige Werk geschrieben. Die Eigenheiten in Moritzens Wesen: Geist,Schwung, Phantasie, die Unbekümmertheit und Sorglosigkeit eines großen Herrnjener Tage, spiegeln sich in denUsvsi-iss" wieder, die aus einer ziemlichungeordneten Reihe von Einfällen bestehen. Das Ganze wird durchzogen undbeherrscht von der Ueberzengnng, daß das menschliche Herz das im Heerwesenwie im Kriege Wichtigste und Entscheidendste sei. Darauf kommt der Deutscheim Französischen Dienst stehende Feldherr immer wieder zurück, sein Buch istdas erste bekannte ausgesprochen kriegspsychologische Werk. Unter den vielenVorschlägen, die cs bringt, findet sich Manches, was seitdem zur Wirklichkeitgeworden ist, so namentlich das Volksheer, das Hin^erladcrgewehr, das Schützen-