4. Schlußwort.
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und ihm den Angriff unendlich schwierig machen werden. Er macht sich auflange und feste Schlachtfronten bei seinen Gegnern gefaßt, auf die ein einfacherAngriff sehr viel Blut gekostet haben würde, ohne mit einiger Sicherheit zumZiele zu führen. So sucht er nach einer Form, um dennoch mit seinerArmee zum Angriff zu gelangen, und er findet sie in der schrägen Ordnung,die den schwächsten Theil der Heere seiner Zeit, einen Flügel, zertrümmertund damit den Sieg erzielt. Der König prüft, versucht, entwickelt denGedanken und hat es sich und seinen Generalen 1756 zur Regel gemacht, schräganzugreifen. Es ist daher vorauszusehen, daß er in den nächsten Schlachtenden schrägen Angriff versuchen und wieder versuchen wird. Er war daseinzige Mittel, das Preußische Heer mit Aussicht auf Erfolg in den Kampfmit weit stärkeren Gegnern zu werfen, er konnte aber auch nur von diesemangewendet werden, das infolge seiner Zucht und seiner Beweglichkeit sicherund geschmeidig in der Hand des Feldherrn ruhte wie eine kleine aber scharfeWaffe ans allerbestem Stahl.
Diese Waffe hatte sich Friedrich zum größten Theile selbst geschmiedet,und voll berechtigten Stolzes vergleicht er sie mit den Heeren der antikenWelt, namentlich Roms, die eine dauernde Neberlegenheit über alle ihre Nach-barn besaßen, die sie befähigte, häufig und mit größter Wahrscheinlichkeitdes Erfolges zu schlagen. Es ist daher zu verstehen, wenn er ein sotüchtiges Heer vornehmlich durch die Schlacht auszunntzen gedenkt, wenn er,wie aus seinen Aeußerungen hervorgeht, im nächsten Kriege häufig schlagenwill. Aber auch strategische und politische Erwägungen wiesen ihn darauf,im künftigen Kriege die Entscheidung in raschen Schlägen zu suchen. Frischaus der Hand seines Schöpfers hervorgehend und schnell zur taktischen Ent-scheidung geführt, besaß das Preußische Heer eine eigenthümliche und werth-volle Ueberlegenheit über andere Armeen, die es in lange dauernden Kriegen,unter dem zersetzenden Einfluß der zeitgenössischen Kriegführung, allmählich verlor.Auch die Lage des kleinen Preußen inmitten weit größerer Nachbarn wiesden weisen ersten Diener seines Staates auf rasche Entscheidungen hin. DerKönig strebt daher nach den Mitteln, solche zu finden. Wie er die Wassen-entscheidung selbst, die Schlacht, abzukürzen versucht, so will er auch den Kriegals solchen kürzen. Beides konnte er nur durch den Angriff erreichen, sei esauf taktischem, sei es auf strategischem Gebiet. Ueberall, aus allen seinenAeußerungen, bezögen sie sich nun auf die Schlacht oder gälten sie dem Operireu,immer leuchtet der Grundgedanke des Angriffs überwältigend hervor.
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So hat sich Friedrich grundsätzlich für den strategischen Angriffentschieden, der sich im Kriege gegen mehrere gleichzeitig anftretende Gegner
*) b.'^. ä. 1. §. VI.
Kriegdgeschichtliche Emzelschriften. V. (Heft 27.)
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