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Friedrich des Großen Anschauungen vom Kriege in ihrer Entwickelung von 1745 bis 1756
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kV Heerführnng im Großen.

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So gelangt der König zn dem großartigen Schlußgemälde, das denWerth des Feldhcrrn im 18. Jahrhundert eindringlich wiedergiebt:

Ein vollkommener Osnsrnl ist ein strs äs rwwon, eine I'lntonissliskspudlio, das Osntrum Awavitatis derer ?llilo80pllsn, der Stein der Weisenderer Oll^mistsn; die Vollkommenheit ist auf keine Art Lowpwtidls mit derMenschheit; Inzwischen soll uns doch die Empfindung von unserer Unvoll-kommenheit nicht abhalten, vollkommene rnoäsls zu entwerffen, damitAsnorsuss Gemüther aus einen prinsiplo von Ehre und smulntion nniwirstwerden, sich dergleichen moäsls doch auf gewisse Maße zu nähern, wenn sieselbige nicht vollkommen imitirsn können. Es seynd nur allein die großenUxswpsl und die großen Muster, welche die Menschen ziehen und lorwiron,und wenn Helden als LuAsns, Oonäs, Dursnns oder Osvar, unsereuämirntion auf sich ziehen, wie vielmehr soll uns nicht ein Dublsan be-wegen, welches uns ihre verschiedentliche Vollkommenheiten in eins zusammengebracht, vorstellet?"*)

Auf den Feldhcrrn also und seinen Einfluß auf das Heer, derin den langen Kriegen verdoppelt hervortreten mußte, wird hierdurch den Sieger in zwei Kriegen hohes Gewicht gelegt. Der Feldherrund seine persönlichen Eigenschaften konnten damals entscheiden, die Güte desHeeres konnte es auch, aber auf die Länge hält der König doch den Einflußund das Verhalten des Feldherrn für das Bestimmende. In seiner Geschick-lichkeit und Kraft, in seiner Weisheit und Lust zu wagen, lag neben derGüte des Heeres die Aussicht auf Erfolg. Eine bloße Entfesselung derKräfte des Heeres würde nicht zum Erfolge geführt haben, die Möglichkeithierzu mußte von Fall zu Fall gesucht und gefunden werden. Dies Gebiet,die strategische Bethätigung, war des Feldherrn Eigentlichste Sache, hier hatteer Alles hineinzulegen, was er an Kraft und List, an Geschick und Kühnheitbesaß. Im lange währenden Manövriren hing Erkenntnis) und Benutzungder Augenblicke zur That von ihm und nur von ihm allein ab. Das tüchtigeHeer erleichterte zwar dem Feldherrn den Sieg, aber es mußte doch auchgeführt werden, geführt mit einem Aufwand an Geschick, der oft vieleJahre hintereinander gleichmäßig nothwendig war und niemals Nachlassendurfte. Daher bildet sich Friedrich mit solchem hingebenden Ernst zumHeerführer heran, darum macht er sich die Schwierigkeiten der Heerführungso vorurtheilslos klar. Damit steht er auf dem festen Boden der ewigen Grund-gesetze des Krieges, denn ob sich die Kunst des Feldherrn im plötzlichen kühnenGebrauch des Heeres im Kriege äußert oder in dem allmählichen Gewinnendes Uebergewichts in lang andauernden Kriegen, ist im Wesen das Gleiche,nur die Form schwankt und wechselt unter den wandelbaren politischen,militärischen und sozialen Bedingungen der Zeit.

Die richtige Form für seine Zeit hat doch wohl der Feldherr gefunden,

*) Von den ll'nlsnts, welche ein General haben muß.