I?. .Hcerfnhrung im Großen.
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Von der Schlacht ist hier gar nicht die Rede, obwohl der König siedoch für so wichtig hält.
In dieses Gewebe von Anshülfen, ans dem das Operiren in den langenKriegen bestand, die Schlacht zur rechten Zeit und mit Aussicht ansErfolg cinzuflcchten, war unter allen Umständen schwierig ans strategischenGründen, so sehr auch einen Feldherrn, wie Friedrich war, sein Genius trieb,die Waffenentschcidnng zu suchen. Jeder Morgen konnte eine neue Lagebringen, jeder Sonnenanfgang die Nolle von Angreifer und Vertheidiger ver-tauschen, der schlummernde Feldherr konnte Plötzlich mit einer Nachricht gewecktwerden, die ihn in seinen Entwürfen jählings derartig störte, das; er zunächstmir auf den Rückzug oder ans Einnahme der nächsten festen Stellung be-dacht sein mußte. Andererseits konnte sich im Laufe eines Tages, oft wenigerStunden, für einen Feldherrn von scharfem Blick und raschem Entschluß dieGelegenheit ergeben, die Schlacht sofort zu schlagen, die er bisher gar nichtbeabsichtigt hatte. Ein ungeschickter Marsch des Feindes, eine unvorsichtig an-gelegte Fouragirung, ein schlecht gewähltes Lager, boten zuweilen unerwarteteine rasch vorübergehende Gelegenheit dazu. Für einen Feldherrn wieFriedrich, der aus Gründen, die in der Beschaffenheit seines Staatesund Heeres wurzelten, ganze Gattungen von Schlachten, wie die bloßeVerthcidignugsschlacht, die Parallclschlacht, den nächtlichen Neberfall,den Kampf um Stellungen und Schanzen, mehr oder minder grundsätzlichmied, war cs doppelt schwierig, die günstige Gelegenheit zur Schlachtzu finden, war ein zweckentsprechendes Manövriren doppelt schwer. Es warunendlich schwierig, das kleine, vielfach empfindliche PreußischeWerbeheer so zu führen, daß es schließlich zur erstrebten Schlachtmit versagtem Flügel ans einem günstige» Gelände gedieh. Daher auch löst sichder den König dauernd beherrschende taktische Grundgedanke, stets die Schlachtzu suchen, bei Abhandlung der Strategie in das Bekenntniß ans, daß diessehr schwer sei, und eine Aufzählung verschiedener Gründe tritt an dieStelle des taktisch allein herrschenden Beweggrundes. „Die Ursachen also,wegen welcher man LatnUIon liefert, seynd, um den Feind zu zwingen, dieBelagerung eines Euch zuständigen Ortes aufzuhebcn, oder aber, um ihn auseiner Provintz zu jagen, deren er sich bemächtiget hat; Ferner um in seineeigene Lande zu ponotriron, oder auch, um eine Belagerung zu thnn, undendlich, um seine Hartnäckigkeit zu brechen, wenn er keinen Frieden annehmcnwill, oder aber auch, um ihn wegen eines Fehlers zu straffen, welchen er be-gangen hat. Die ^otionss wo man am wenigsten risgnirot, seynd die^ilairon von der ^i'viorog'arcko; Wegen solcher oa»i;>inot man sich nahe an
*) ä I. II. Gesang.