I?. Heerftthrung im Großen.
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klar und deutlich ausgesprochen, daß die Hauptentscheidung alle Nebenunter-nehmnngen in ihrem Sinne mit sich fortreißt.
Aber die Waffenentscheidung selbst war nicht stets und nicht leicht herbei-zuführen, auch dann nicht, wenn der Angreifer auf seinen Gegner mit ge-sammelter Kraft entschieden losging, denn dieser konnte beinahe stets recht-zeitig ausweichen. So stand bei den Operationen die Möglichkeit einerSchlacht zwar stets im Hintergründe, aber der Zeitpunkt des Zusammen-treffens war, auch wenn die beiden Heere nicht weit, von einander lagen odersich bewegten, unbestimmt. Unter Umständen gingen die Heere, nachdem sie sichwochenlang gegenseitig begleitet hatten, wieder auseinander, falls kein ent-schiedener Grund zur Schlacht vorlag. Dieser Zustand führte zu einem fort-währenden Lauern des Einen aus den Andern und zu größter Vorsicht undGeschicklichkeit in der Anordnung der Märsche und Lager, um sich keine Blößezu geben, die der Feind wahrscheinlich sogleich benutzt haben würde. Indiesem feinen und kunstvollen Operiren spielte, als zuweilen sehr bedeutenderNebenzweck, das Abschneiden der feindlichen Zufuhr, der Gewinn von Märschen,eine große Rolle, und alle diese Mittel, durchsetzt mit nie rastender List,dienten dazu, das feindliche Heer zu schwächen. Gelang es, den Gegnerdurch wiederholte geschickte Bedrohung seines Rückens, durch Drohung mit demAngriff, durch Angebot der Schlacht, dann wieder durch Scheinrückzüge zugrößeren Märschen als man selber that, zu übereilten Rückzügen und Seiten-märschen, zur nothgedrungenen Wahl ungünstiger Lager zu veranlassen,so schwächte man damit sein Heer, machte ihn unsicher und verwirrt, steigertedie Fahnenflucht in seinen Truppen, und es mochte sich bei solchem Verfahrenzuweilen plötzlich eine günstige Gelegenheit ergeben, über ihn herzufallen.Dieses lange Manövriren, um den Gegner zu ermüden, sein Heer zulockern, galt als eine wesentliche Vorbedingung zur Schlacht, darin wurdemit der Erfolg im endlichen Kampfe gesucht; es war aber nicht leicht.Erfahrung, Kühnheit, List waren erforderlich, um ein Heer in dieser Artmit Erfolg und ohne daß es selbst in nachtheilige Lagen gerieth, zu führen.Hier lag nach den Anschauungen der Zeit neben der Schlachtleitung dieeigentliche Feldherrnthätigkeit, und das höhere Geschick in der Führungeines Heeres angesichts des Feindes galt als bester Beweis der Feldherrn-begabung, der man, wieder im Geiste der Zeit, nicht erreichte thatsächlicheErfolge eher verzieh als Mißerfolge, und wären sie auch nur unter-geordneter Art gewesen. Denn über Allem stand die Erhaltung des kost-baren geworbenen Heeres. Der nächste Feldzug konnte das Versäumte wiedereinbringen, und so bildete sich allmählich der Gebrauch heraus, in jedemFeldzuge nur eine, höchstens zwei Schlachten zu schlagen, ein Gebrauch,dem auch Prinz Eugen gefolgt ist, derjenige Feldherr, der von den Zeit-genossen als der geschickteste Manövrirgeneral angesehen wurde. Sein SchülerKhevenhüller hatte den Geist seines Meisters voll erfaßt, wenn er schrieb:„Wenn er (der Feldherr) durch seine Nouvemouts den Feind von einem
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