3. Die Entwickelung des Königs auf strategischem Gebiet.
R'.O
war der König gezwungen, früher zu schlagen, als er eigentlich dachte,bei Soor wurde er geradezu überrascht. „.l'auraw ein i.-ti-o avortiei« I'a;>z>rovllo ein I'uruiöo nntrioliioune!, msm Ionen t>ou;>o8 IdAoronotniont ni nn^oriouron ou noinbro aux mionnos gno go n'osnis n ^oinoonvo)'or llors «in onmp oing oontn ünssaräs. . Wenngleich es demKönige bisher jedesmal gelungen war, die zweifellos guten strategischenEinleitungen seiner Gegner zur Schlacht durch Krafthiebe zu durchhauen,so sagt er sich doch, daß dies uur deshalb geschehen konnte, weil die hohetaktische Beweglichkeit des Preußischen Heeres gestatte, es auch unter denschwierigsten Verhältnissen und in kürzester Zeit zur Schlacht zu stellen. Somußte er, selbst unter theilweisem Verzicht auf bequeme Marschformen,an deren schärfster Handhabung festhalten, umsomehr als ihm keine aus.reichenden leichten Truppen zur Verfügung standen. Allein auch solcheMärsche Preußischer Truppen, die entfernt vom Feinde und ohne die Mög-lichkeit eines Zusammenstoßes mit ihm erfolgten, bedurfteil wegen der Auf-rechterhaltung der Ordnung und des grundsätzlichen Lagerus in der Ordrede bataille besonderer Anordnungen, die die Schnelligkeit herabdrückten.Es ist ein Beweis richtigen Einblicks in die Verhältnisse der Zeit, wennder König den unbedingten Zusammenhalt, die taktische Geschlossenheitseines in Schlachten so wohl erprobten Heeres Pflegte, selbst auf Kosteneiner Schnelligkeit im Marschiren, mit der an und für sich damals nichtviel auszurichten war. So giebt Friedrich in der Zeit zwischen dem zweiten unddritten Schlesischen Kriege keinerlei Weisungen für die Steigerung derGeschwindigkeit auf Märschen. Dagegen finden sich in den „Osnoral-1'riuoipm^ sehr eingehende Regeln für die Art und Weise, Märsche anzuordnenund ohne größeren Menschenverlust durchzuführen. Sie sollten die Fahnenfluchtverhindern und der schwächenden Einwirkung des Feindes auf marschirendeTruppen Vorbeugen. Solche Einwirkung war in den Feldzügen des 18. Jahr-hunderts infolge ihres fortwährenden und erbitterten kleinen Krieges nichtsSeltenes und erforderte stete ausgiebige Vorsorge.
Die Sicherungsmaßregeln konnten im Allgemeinen geringer sein, wennman fern vom Feinde marschirte, also bei Reisemärschen, oder „orcki-naiiou umrellon^, wie der König sagt. Dennoch waren sie auch dann sehrgroß. Die unter Zurücklassung ihrer großen Bagage voraufgehende Avant-garde hatte wichtige Geländegegenstände, Ortschaften, Berge, Engen u. s. w.zu besetzen und das neue Lager abzustecken, in das die meist flügelweiseabmarschirte Armee unter möglichster Einhaltung der Ordre de bataille ein-rückte. Bei solchen Märschen benutzte das Heer die gebahnten Wege, unddie Zahl und Anordnung der Marschkolonnen richtete sich nach der Wegsamkeitder Gegend; dennoch verlangt Friedrich ernstlich möglichsten Zusammenhaltder einzelnen Kolonnen und das Einhalten der Ordre de bataille:
*) II. ck. m. t. 398.