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Friedrich des Großen Anschauungen vom Kriege in ihrer Entwickelung von 1745 bis 1756
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3. Die Entwickelung des Königs auf strategischem Gebiet.

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Wirklich hing damals von der richtigen Wahl des Lagerplatzes undder Anordnung der Truppen darin zuweilen der Gewinn oder der Verlusteiner Schlacht und die Bewegungsfähigkeit des Heeres ab. Unter diesenUmständen mußte die Sicherung des Lagers erhöhte Bedeutung gewinnen.Der König hatte in dieser Beziehung bereits Erfahrungen im Kriege ge-macht. Bei Mollwitz hatte Neipperg in seiner weitläufigen Ortsunterknnftbeinahe überfallen werden können, und auch am Vorabend von Hohenfriedc-berg hatte das Oesterreichische Lager eine übermäßige Ausdehnung und einennur losen Zusammenhang gehabt. Friedrich hält daher sehr streng aufOrdnung auch im Lager. Hierzu dienten die Bestimmungen, daß nurdiejenigen Dörfer zur Ortsunterknnft verwendet werden durften, die zwischenbeiden Treffen lagen, und daß alle Lager durchleichte Rstruuoüsiusuts, wie esder Gebrauch bey den Römern war"*) befestigt werden sollten; diese Maß-regel galt nebenbei auch Polizeizwecken. Ferner richtete er einen Patrouillen-dienst rund um das Lager herum ein, um die Desertion zu verhindernund eine etwaige Annäherung des Gegners zu melden. Lagerte mannahe am Feinde, sopoussirst man gemeiniglich eine WvautAurcls" indie Richtung, wo er stand,wie wir es vor der 6ats.iI1o von hh-isäbsrFthaten".**) Der Führer dieser Avantgarde muß,weil er nicht voraus-gehet, um zu schlagen, sondern nur um zu uvsrtirou, allemahl gute Lagersnehmen."***) Der König legte so hohes Gewicht auf die Sicherung derLager, daß er 1755 in denI^susckss et rsZIss^ zu der merkwürdigen Ansichtkommt, es sei am besten, möglichst nahe am Feinde zu lagern, und diese Auf-fassung mit folgenden Sätzen begründet:llus douus m^tüoclo o'sst eis sooaiupor prooüs äs 1'suusmi; alors vous vo^sr: es csu'il kuit st vousstss su 6tat 6s vous oppossr u sss ckssssius. . . . 8i vous uvs 2 l'suuomiou vus vous u'avs? «gu'ä, ouvrir Iss ^sux pour suvoir es cgu'il kuit ..."

Im Ganzen zeigt sich, daß die Lagerkunst zur Zeit Friedrichs einsehr wichtiger und schwieriger Theil des Krieges überhaupt war.Bei den großen Vortheilen, die eine richtige Wahl des Lagers gewährte, istdas Bestreben erklärlich, in guten Lagern, die als solche erkannt und bewährtwaren, möglichst lange auszudauern, wenngleich dies häufig genug nicht indem gewünschten Maße möglich war. Sowohl die Erschöpfung des Landstrichsum das Lager, die Aufzehrung der Vorräthe, als auch sehr oft der Feindgaben den zwingenden Anlaß, es zu wechseln.

Daß aber eine derartige Ortsveränderung stets bis zu einem gewissenGrade unwillkommen war, geht deutlich aus folgenden Worten hervor:IIkaut suvoir ^ourcfuoi 1'ou umrolis, 1'ou muroüo, st ü iguoi udoutiruos monvsiusut; ou uo cloit rsruusr uns urrucks <gus ;>ur eis loouuss

*) G. P. VIII. A.

**) Heeresabtheilung des Generals du Mvulin.

***) G. P. IX. A.