/V. Wahrnehmungen und Folgerungen allgemeinen Charakters.
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die Dosertiou zu verhindern, denn Ich allezeit gefunden habe, daß wenn unsereliolluns gantz um das Lager herum zusammcngehänget gewesen, wir wenigerDesertion gehabt, als wenn diese i>reonnl,i»n neK'liA'iret worden; diesesscheinet lächerlich zu sehn, ist aber dem ohnerachtet wahr."'") Der Rück-schluß darauf, wie bedächtig der Marsch, wie groß das Bedürfnis) ge-wesen sein muß, ein gut gelegenes und eingerichtetes Lager nur im Falledringendster Nvthwendigkeit zu verlassen, ergiebt sich von selbst; kurz, dieHeerführung an und für sich war durch die inneren Eigenschaften derTruppen von Hause aus gebunden, verzögert. Starke Marschleistungen*) **)und weitläufige Unterkunft zogen stets Zunahme der Fahnenflucht nachsich, und es ist erklärlich, daß man deshalb Beides möglichst mied. AehnlicheVerhältnisse fanden nun zwar bei allen Heeren statt; überall gab es De-serteure, und erfahrungsgemäß schmolzen, wie der Marschall von Sachsensagt, die Heere im Laufe eines Feldzuges auch ohne Schlacht um ein Viertelihres Bestandes.***) Wohl legten auch andere Monarchen — unter solchenUmständen sehr mit Recht — ihren Feldherren ans Herz, die anvertrautenHeere möglichst zu erhalten, aber nirgends trat dies Bedürfniß so dringendhervor als bei Friedrich, der ein Volk von geringer Seeleuzahl beherrschte undes im Kriege stets mit au Menschen sehr überlegenen Gegnern zu thun be-kommen mußte. Wieder erklären sich die wie sonst nirgends in ein förmlichesSystem gebrachten Mittel gegen die Desertion aus seiner und Preußens beson-derer Lage. Auch in rein militärischer Beziehung finden wir beim Könige, wasdie Fahnenflucht betrifft, ausgeprägtere schärfere Auffassungen vor als ander-wärts. Er sagt: „Einige von unfern Oouoruls glauben, daß ein Kerl einKerl sey, und daß der Verlust eines eintzigen Menschen keinen Einfluß aufdie tolulit^ habe; aber was sich in diesem Stücke von andern sagen
lässet, ist auf die unsrige gar nicht upiilioulllo. Wenn ein muiaäroilor Kerlweg läufst, und durch einen andern ungeschickten Kerl wieder ersetzet wird, soist solches einerlei), wenn aber ein Soldat, den man 2 Jahre nach einanderllrossirot hat, um ihn auf einen gewissen Grad einer nothwendigcn uclrossozu bringen, aus dem Oorps verlohreu gehet, und entweder schlecht oder garnicht wieder ersetzet wird, so gereichet solches auf die Länge zur Folge. . . .Dergleichen Verlust vermindert die bey welcher es auf die Anzahl
der Menschen viel ankommt. Ihr werdet also, wenn Ihr darauf nicht achtgebet, eure beste koroos verliehren, und seyd nicht im Stande solche wiederzu ersetzen; denn obgleich viel Menschen in Meinen Landen seynd, so frageIch Euch jedennoch ob Ihr viel darin findet, welche die tuills haben, wieMeine Soldaten seynd? und gesetzt auch, daß dergleichen viel wären, seynddann solche sogleich ckressirot wie die andern?")-) Wieder tritt uns hier wie
*) G. P. VIII, 1. A.
**) Bergt. Gstb. 1. Schl. K. i, 179.
***) «övvriss, II, 28.
1) G. P., I. A.
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