Im Allgemeinen.
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dahin, über die Ursachen nachzudenken, warum die Preußischen Truppen denenanderer Europäischer Mächte so auffallend überlegen waren, sowie die Mittel zufinden, durch die sie auf dieser hohen in Europa bis dahin unbekannten Stufeder Vollkommenheit erhalten werden konnten. Die Empfindung des Königs von derUeberlegenheit der eigenen Truppen veranlaßt ihn, seine Oonöiml-Ui'iiiojpiri,mit einem Artikel zu eröffne», der vom Anfang bis zum Ende von nichts handelt,als von den Eigenthümlichkeiten der Preußischen Armee im Gegensatz zuanderen Heeren. Ein auch nur annähernd ähnliches Hervorheben der Eigen-schaften der eigenen Armee findet sich in der gesammten zeitgenössischen Kriegs-litteratur, aus der der König schöpfte, nirgends. Selbst die FranzösischenKriegsschriftsteller behandeln den Krieg wie eine internationale Kunst, und esgeschieht höchst selten, daß sie gelegentlich auf kleine Unterschiede in Verfassungund Schulung der Heere verweisen. Hier aber stellt der König sein Heerund dessen Eigenthümlichkeiten von Haus aus in den Vordergrund. Er ist sichwohl bewußt, daß der zur Zeit seines Vaters vielfach unterschätzte*) und ver-spottete**) Preußische „Kriegsfuß" eine Ausnahmeerscheinung in dermodernen Welt sei, vielleicht die „Ordonnanz"***), nach der die Kriegsdenkerder Zeit angesichts der trostlosen allgemeinen Gleichheit der Heere und desKriegsverfahrens ihrer Tage tasteten und suchten.ch)
Demgegenüber weist Friedrich nachdrücklich und mit Stolz auf die Güte «Me des Heereseines Heeres: „Die Einrichtung Meiner tronppon erfordert eine ohnendt-liche riMlioatiou . . . sie wollen in einer beständigen äweipkin unterhalten
*) Prinz Eugen von Savoyen schreibt 1723: „I'sxsrslss äes trouppss äs Urusssm'sst vonnu il a tonsours sn gnelgus eliosv ä'aüsets st äoit ä es gu'on m'a äit snsein eneorv avoir auAmsnts äspuis . . und 1725: „Wenn es heute oder morgen zueiner Kriegsoperation kommen sollte, so werden diese Truppen schwerlich die Diensteleisten, die man sich von ihnen verspricht ..." Arnsth, Prinz Eugen von Savoyen,Gera 1888, II, 202, 553 sf.
**) „Man lachte noch laut bis auf den Tod Karls VI. über Friedrich Wilhelms neuerrichteten Kriegsfuß. Man nannte es ein bloßes Puppenspiel und eine tändelnde Kurz-weil dieses Monarchen .. ." Freymüthiger Bcytrag zur Geschichte des OesterreichischenMilitärdienstes, Frankfurt und Leipzig 1780, 12.
***) „Ordonnanz" (von oräonnsr — anordnen) heißt ganz allgemein „Verordnung".Besonders häufig brauchte aber die Soldatensprache des 16. und 17. Jahrhunderts dasWort im Sinne von „Fechtweise." So stellte man z. B. der Kaiserlichen (Oesterreichisch-Spanischen) die Niederländische Ordonnanz gegenüber. Die erste war eine enge Massirungin großen Vierecken, die andere eine geöffnete Waffenstellung, aus der sich dann dieSchwedische Ordonnanz Gustav Adolphs entwickelte. Im 18. Jahrhundert wird der Aus-druck, soweit er taktischen Inhalt hatte, allmählich durch die Bezeichnung „Reglement"verdrängt.
st) Dieser Gedanke war recht eigentlich der Anlaß zu den im größten Maßstabe vor-geschlagenen taktischen Neuerungen Folards. Puyssgur sagt darüber: „non-ssnlemsnt Isstroupes äs presgns tons Iss priness sont armess äs msms, mals aussi ka manlsrsäs Iss oräonnsr pour somdattru, sampsr, marobsr, pour attagusr st äätsnärs Issplaess, ponr Isur sxsreiss, polios st älselplinv sst la msms ä psn äs sliosssprvs . . I, 106.